Generation Z und Depressionen: Ursachen, Zahlen und Hilfe
Zusammenfassung

Die Generation Z und Depressionen – dieses Thema betrifft viele junge Menschen und hat oft ernste Folgen für die Schule, das Studium und den Start ins Arbeitsleben. Erfahre, wie weit Depressionen bei den 15- bis 25-Jährigen verbreitet sind, wie sie überhaupt entstehen können und welche Hilfen zur Verfügung stehen.

Die Generation Z und Depressionen: Das Wichtigste kurz gefasst

  • Die Generation Z (Gen Z), geboren zwischen 1995–2010, sind die ersten “Digital Natives”, die mit Smartphones und Social Media aufgewachsen sind, was ihre Kommunikation, Informationsbeschaffung und Werte prägt.
  • Ihre starke digitale Vernetzung über soziale Medien, ihr tendenziell hoher Anspruch an Leistung sowie Zukunftsängste beeinflussen die seelische Gesundheit massiv. Seit den Erfahrungen mit Einsamkeit während der Corona-Pandemie sind die seelischen Belastungen weiter gestiegen.
  • Weltweit sind 3,4 % der 15–19-Jährigen von einer depressiven Störung betroffen (Quelle: WHO).
  • Die häufigsten Begleiterkrankungen von Depressionen in der Generation Z sind Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Schlafstörungen.
  • Eine Psychotherapie ist bei einer Depression die wichtigste Form der Behandlung – vor allem die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) –, doch die Wartezeiten für einen Therapieplatz sind in Deutschland oft sehr lang.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie deprexis arbeiten mit den Wirkprinzipien der KVT und können in der Wartezeit und auch danach mit Wissen, Inspirationen und Übungen Tag für Tag sehr gut helfen.

Die Generation Z verstehen

Die Generation Z – kurz Gen Z, gelegentlich auch Zoomer genannt – ist die Nachfolgegeneration der Generation Y. Sie umfasst grob die Geburtsjahrgänge von 1995 bis 2010. Je nach Autor werden leicht abweichende Geburtsjahre genannt. Das amerikanische Pew Research Center sieht die Jahrgänge 1997 bis 2012 als zugehörig. Zur Nachfolge-Generation Alpha zählen alle, die von 2010 bis heute geboren wurden. 

Das wichtigste Merkmal der Generation Z ist, dass sie sogenannte "Digital Natives" sind: Sie sind buchstäblich mit dem Internet und dem Smartphone aufgewachsen und bewegen sich ganz selbstverständlich in den sozialen Netzwerken.

Jede Generation steht im entsprechenden Alter vor großen, prägenden Übergängen zwischen Schule, Ausbildung, Studium und der Arbeitswelt. Das sind Phasen, in denen sich die eigene Identität sowie Beziehungen entwickeln und entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt werden. Studien zeigen immer wieder, dass klare Strukturen starke Schutzfaktoren für die Psyche sind. Das Wegbrechen solcher Strukturen – wie etwa die plötzlichen Schulschließungen während der Corona-Pandemie – verschlechterte das mentale Wohlbefinden vieler junger Menschen der Generation Z spürbar.

Darüber hinaus wurde der Generation Z häufig nachgesagt, sie lege einen besonderen Wert auf ihre Selbstverwirklichung, auf eine Work-Life-Balance und wolle sich im Job nicht engagieren und nicht so viel arbeiten wie vorherige Generationen. Das ist falsch und ein Vorurteil der älteren Generationen. Analysen haben ergeben, dass die jungen Leute so fleißig sind wie lange nicht mehr. So ist etwa die Erwerbsquote der 20- bis 24-Jährigen seit 2015 um über 6 Prozentpunkte gestiegen (Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit).

Verbreitung und Besonderheiten von Depressionen in der Generation Z

Eine Depression ist eine behandlungsbedürftige seelische Erkrankung mit Symptomen wie einer anhaltenden Niedergeschlagenheit, einem Verlust an Interesse und Freude, Schlaf- und Konzentrationsproblemen sowie Schuldgefühlen. Sie unterscheidet sich von normaler Traurigkeit durch ihre Dauer, den Schweregrad und die Beeinträchtigung im Alltag.

Verbreitung von Depressionen in der Generation Z

Es gibt keine Studie, die sich explizit mit den Depressionen dieser Generation beschäftigt, aber dennoch aussagekräftige Daten:

  • International schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Häufigkeit von Depressionen bei 15- bis 19-Jährigen auf etwa 3,4 % (Quelle: WHO).
  • Daten der Krankenkassen aus Deutschland zeigen, dass die Diagnosen für eine Depression bei Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren seit 2019 deutlich zugenommen haben (Quelle: DAK).
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat in seinen Übersichtsstudien (Reviews) festgestellt, dass die psychische Belastung in Deutschland seit 2020 messbar zugenommen hat – davon sind besonders Mädchen und junge Frauen betroffen (Quelle: RKI).

Schließlich sind bei Beschäftigten Depressionen eine der häufigsten Ursachen für psychisch bedingte Fehltage. Diese werden bei Berufseinsteiger:innen häufig besonders kritisch betrachtet, ganz besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten: Deutschland steckt seit 2018 in einer Phase nachlassender Industrieproduktion und verzeichnet seit 2023 eine stagnierende Wirtschaft, ein sinkendes Bruttoinlandsprodukt (BIP) und eine steigende Arbeitslosigkeit.

Besonderheiten der Depressionen in der Generation Z

Die Depressionen selbst zeigen keine Besonderheiten in der Generation Z. Besonders sind die Lebensumstände und Rahmenbedingungen, unter denen sie entstehen.

  • Frühes Auftreten: In der Altersgruppe der 15–19-Jährigen liegt die Häufigkeit von Depressionen bei rund 3,4 %. Diese Phase ist besonders sensibel, da hier oft der Schulabschluss, der Studienbeginn oder der Berufseinstieg stattfinden – eine Zeit großer Übergänge und Belastungen.
  • Die digitale Dauerpräsenz: Die stärkere Vernetzung durch Smartphones und soziale Medien führt zu einem Druck, sich ständig mit anderen zu vergleichen. Dieser drückt auf die Stimmung.
  • Schlaf als Kipppunkt: Studien zeigen klar: Schlechter Schlaf geht späteren depressiven Symptomen voraus – und das gilt bei Jugendlichen besonders stark.
  • Einsamkeit und soziale Verbundenheit: Einsamkeit ist ein sehr starker Risikofaktor für Depressionen in der Generation Z.
  • Die Versorgung: Lange Wartezeiten prägen den Einstieg in die Behandlung. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind für diese Generation besonders wichtig – für den Übergang und auch langfristig zur Unterstützung im Alltag.
  • Geschlechter: Nach den Pandemie-Jahren sind die Belastungen besonders bei Mädchen und jungen Frauen erhöht – dies ist ein wiederkehrender Befund in deutschen Studien

Hilfe finden und Selbsthilfe nutzen

Wenn du über längere Zeit – also über zwei Wochen hinaus – anhaltende Niedergeschlagenheit, starken Interessenverlust, negative Veränderungen bei Schlaf- und Appetit, tiefe Erschöpfung, quälende Schuldgefühle oder gar Gedanken an eine Selbsttötung bemerkst, solltest du unbedingt handeln. Sprich in solchen Fällen offen mit einer vertrauten Person und leite sofort professionelle Hilfe ein.

Anlaufstellen

Der erste Kontakt ist oft der entscheidende Schritt. Nimm dir jetzt zehn Minuten Zeit und wähle eine Option aus:

  • Hausarztpraxis: Sie bietet dir ein Erstgespräch zur Diagnose, schließt körperliche Ursachen aus, stellt Überweisungen in eine psychotherapeutische Praxis aus und kann dich krankschreiben.
  • Telefon- und Online-Beratung: Die Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche oder die Telefon-Seelsorge sowie regionale Krisendienste sind anonym und oft rund um die Uhr erreichbar.
  • Hochschulen und Betriebe: Viele haben eigene psychologische Beratungsstellen, Sozialstellen oder Betriebsärzt:innen. Dort bekommst du oft kurzfristiger einen Termin, da viele Länder diese Angebote mittlerweile stark ausgebaut haben.

Diagnose und Therapie

Hausärzt:innen und Psychotherapeut:innen stellen die Diagnose nach anerkannten Regeln. Hochwirksam sind Psychotherapien, zum Beispiel die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie ist eine bekannte Behandlungsmethode und bei mittelschwerer bis schwerer Depression die beste Wahl. In einigen Fällen wird die Therapie mit Medikamenten in Form von Antidepressiva kombiniert.

Wartezeiten überbrücken

Die Wartezeiten auf einen Therapieplatz liegen in Deutschland bei mehreren Monaten. Nutze diese Zeit aktiv, indem du Beratungsstellen, digitale Sprechstunden, Krisendienste und wissenschaftlich fundierte Therapieprogramme in Anspruch nimmst.

Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)

Digitale Hilfen wie deprexis kommen für die Generation Z besonders in Frage – in der Zeit des Wartens auf einen Therapieplatz und auch während der Therapie im Alltag.

  • Was ist das? Eine DiGA ist ein geprüftes Medizinprodukt. Die Anwendung deprexis ist beispielsweise eine zugelassene Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für Erwachsene mit Depression.
  • Der Nutzen? Ärzt:innen können DiGAs verordnen. Die Kosten übernehmen in der Regel die Krankenkassen. deprexis arbeitet mit den Wirkprinzipien und Grundlagen der kognitiven Verhaltenstherapie und begleitet die Nutzer:innen mit Wissen, Inspirationen und Übungen.
  • Wichtig für die Gen Z: Viele junge Erwachsene der Generation Z sind 18+. Eine DiGA wie deprexis kann während der Wartezeit den Einstieg in die Behandlung erleichtern und dein Selbstmanagement – die Fähigkeit, sich selbst zu steuern und zu helfen – stärken.

Wissenschaftlich belegte Schritte zur Selbsthilfe

Bevor du in die Maßnahmen einsteigst, ist eines wichtig: Selbsthilfe ersetzt keine Therapie, kann aber die Wartezeit sinnvoll überbrücken und dich vor und während der Therapie im Alltag stärken. Die Maßnahmen wirken:

  • Schlaf stärken: Lege feste Schlaf- und Aufstehzeiten fest, auch am Wochenende, vermeide Bildschirme 60 Minuten vor dem Schlafen und tanke Tageslicht direkt nach dem Aufstehen am Morgen. Eine bessere Schlafqualität senkt nachweislich die Risiken einer Depression.
  • Körper aktivieren: Plane täglich mindestens 20 bis 30 Minuten zügiges Gehen oder Radfahren ein. Setze dir kleine, messbare Mini-Ziele. Regelmäßige Bewegung lindert die Symptome und kurbelt deinen Antrieb an.
  • Medien: Begrenze deinen Medienkonsum, indem du zum Beispiel das Scrollen durch Social-Media-Updates bündelst. Plane mehr reale Treffen mit Freund:innen ein. Das reduziert das ständige Vergleichen mit anderen, wirkt der Einsamkeit entgegen und tut dir gut.

Die wichtigsten Fragen & Antworten

Leben mit Depression

Die Einteilung in Generation X (ca. 1965–1980), Y (ca. 1980–1995) und Z (ca. 1995–2010) folgt grob den gesellschaftlichen Einflüssen auf das Erwachsenwerden in diesen Zeiten. Die Generation X erlebte die Digitalisierung erst sukzessive im Erwachsenenalter. Die Generation Y erlebte den Internet-Aufbruch schon sehr viel intensiver. Und die Generation Z wuchs selbstverständlich digital auf.

Als Faustregel gilt: Wenn du zwischen 1980 und 1995 geboren bist, gehörst du zur Generation Z. Bist du zwischen 1995 bis 2010 geboren, gehörst du zur Generation Z. 

Am häufigsten genannt werden ein Leistungsdruck, eine Zukunftsangst, eine finanzielle Unsicherheit, Einsamkeit und ein schlechter Schlaf.

Quellen