Wie wirkt deprexis?

Interaktive KVT:
Methodische Tiefe durch adaptive Dialog-Technologie

deprexis® ist kein statisches Online-Lernprogramm, sondern eine adaptive Intervention, die das Prinzip der “simulierten Empathie” nutzt. In einem virtuellen Dialog werden Patient:innen durch die evidenzbasierten Bausteine der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) geführt.

Anstatt Inhalte lediglich passiv zu konsumieren, interagieren Nutzer:innen aktiv mit dem Programm. Durch die kontinuierliche Reaktion auf individuelle Eingaben passt deprexis® die therapeutischen Schwerpunkte in Echtzeit an und schafft so eine personalisierte Erfahrung, die wissenschaftliche Tiefe mit digitaler Flexibilität vereint.

Der therapeutische Werkzeugkasten:
Vielfalt und Individualisierung

deprexis basiert auf den Methoden der modernen kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). In 10 bis 12 interaktiven Modulen werden Patient:innen dazu befähigt, ihre Erkrankung besser zu verstehen und aktiv Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Das Programm wählt basierend auf den Antworten der Patient:innen die jeweils relevantesten Inhalte aus.

Die therapeutischen Bausteine im Überblick:

  • Psychoedukation:
    Fundiertes Wissen über Entstehung, Verlauf und Behandlung von Depressionen.
  • Verhaltensaktivierung:
    Aufbau angenehmer Aktivitäten, um die Negativspirale aus Rückzug und Antriebslosigkeit zu durchbrechen.
  • Soziale Kompetenzen:
    Stärkung der Interaktionsfähigkeit und des Selbstwerts.


  • Kognitive Umstrukturierung:
    Identifikation und Veränderung belastender Denkmuster (dysfunktionale Kognitionen).
  • Problemlösetraining: Systematische Ansätze zur Bewältigung belastender Alltagssituationen.
  • Entspannungsverfahren & Achtsamkeit:
    Erlernen von Techniken zur Stressregulation und zur Akzeptanz schwieriger Emotionen.

Therapeutische Ziele & Lernerfolge

Was Ihre Patient:innen mit deprexis lernen und einüben:

1. Kognitive Kompetenz & Mustererkennung

  • Zusammenhänge verstehen: Patient:innen lernen, die Wechselwirkung zwischen Gedanken, Gefühlen und ihrem Verhalten im Alltag zu identifizieren.
  • Denkmuster verändern: Gezielte Hilfe beim Erkennen und Umstrukturieren belastender (dysfunktionaler) Denkmuster und Negativspiralen.

2. Selbstmanagement & Problemlösung

  • Selbstwirksamkeit stärken: Durch praktische Übungen erfahren Patient:innen unmittelbar, dass sie ihren psychischen Zustand aktiv beeinflussen können.
  • Lösungsorientierung: Erarbeitung eines persönlichen Problemlösungs-Plans sowie das Einüben von zielorientiertem Denken und Handeln.

3. Werte & psychologische Grundbedürfnisse

  • Bedürfnisorientierung nach Grawe: Identifikation und Erarbeitung persönlicher Grundbedürfnisse (z. B. nach Orientierung, Bindung oder Selbstwerterhöhung) zur Steigerung der psychischen Konsistenz.
  • Werteorientierung: Entwicklung und Umsetzung von Aktivitäten, die den persönlichen Werten entsprechen und den Alltag sinnvoll bereichern.

4. Klinische Stabilisierung & Lebensqualität

  • Symptomreduktion: Spürbare Entlastung bei Kernsymptomen wie Antriebslosigkeit, Interessenverlust und quälenden Gedankenschleifen.
  • Nachhaltigkeit: Aufbau langfristiger Strategien zur Rückfallprophylaxe und zur dauerhaften Steigerung der Lebensqualität und Aktivität im Alltag.


deprexis entspricht der S3-Leitlinie bei Depressionen

deprexis entspricht der aktuellen S-3 Leitlinie zur Behandlung von Depressionen in den folgenden Punkten:

Aufklärung über Depression (Symptome, Verlauf, Behandlung):

Die Leitlinie empfiehlt, Betroffene (ggf. Angehörige) strukturiert zu informieren und dabei evidenzbasierte Patient:inneninfos/Entscheidungshilfen zu nutzen. deprexis vermittelt diese Inhalte als Orientierung im Behandlungsprozess.

Psychoedukative Angebote als Ergänzung:


Psychoedukation soll den Informationsstand, die Akzeptanz und die Mitarbeit verbessern. deprexis deckt diesen Punkt über psychoedukative Gespräche und alltagsnahe Erklärungen/Übungen ab.


Qualifizierte angeleitete Selbsthilfe (z. B. Online-Programme):

Die Leitlinie empfiehlt bei anhaltender leichter Symptomatik explizit qualifizierte angeleitete Selbsthilfe – ein Standard, den deprexis als zertifiziertes Online-Programm vollumfänglich erfüllt.


Problemlöseansätze (Problem-solving):



Die Leitlinie nennt Problemlöseansätze als mögliche Intensivierung. deprexis setzt dies durch systematische Schritt-für-Schritt-Übungen zur Problemklärung, Zielsetzung und Umsetzung gezielt um.


Damit können Sie deprexis empfehlen:

  • zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Therapieplatz
  • zur Begleitung einer bestehenden Behandlung
  • als Nachsorge-Maßnahme zur Stabilisierung nach ambulanter oder stationärer Therapie

ICD-10:

  • F32.0 / F32.1 / F32.2 depressive Episode
  • F33.0 / F33.1 / F33.2 rezidivierende depressive Störung

ICD-11:

  • 6A70 depressive Störung mit Einzelepisode
  • 6A71 rezidivierende depressive Störung

Kontraindikationen

  • F20 Schizophrenie
  • R45.8 sonstige Symptome, die die Stimmung betreffen (z.B. akute Suizidalität) 


  • F23 akute vorübergehende psychotische Störungen
  • F31 bipolare affektive Störungen
  • F25 schizoaffektive Störungen

Warum ist deprexis wirksam?
Wirkprinzipien aus Forschung & Versorgung

1. KVT-Kernmethoden –
strukturiert und alltagsnah

deprexis vermittelt und trainiert zentrale KVT-Elemente mit dem Ziel, Fertigkeiten im Alltag umzusetzen.

2. Individualisierung statt
„one size fits all“

deprexis st als dialogbasiertes Programm aufgebaut und führt Patient:innen Schritt für Schritt durch therapeutische Inhalte – mit Antwort-Auswahlmöglichkeiten, Wiederholungen und einem Tempo, das sich am individuellen Alltag orientiert. So können Patient:innen Schwerpunkte setzen und Inhalte bedarfsorientiert vertiefen

3. Unabhängig begutachtet

Im Projekt „Trusted Health Apps“ hat die Bertelsmann Stiftung1 die Evidenz und medizinische Qualität von deprexis medizinisch begutachten lassen. In der Ergebniszusammenfassung wird die „sehr gute wissenschaftliche Evaluierung“ hervorgehoben.

1Bertelsmann Stiftung. (2025). Medizinische Begutachtung digitaler Gesundheitsanwendungen: Deprexis (Projekt „Trusted Health Apps“). Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.

4. Gut kombinierbar
(„blended care“)

Studien und Meta-Analysen berichten, dass deprexis auch in Kombination mit anderen Behandlungsformen eingesetzt werden kann (z. B. parallel zur Psychotherapie/Regelversorgung). Das unterstützt  die flexible Integration in den Praxisalltag.1,2,3

1Berger T, Hämmerli K, Gubser N, Andersson G, Caspar F. Internet-based treatment of depression: a randomized controlled trial comparing guided with unguided self-help. Cogn Behav Ther. 2011;40(4):251-66. doi: 10.1080/16506073.2011.616531. PMID: 22060248.

2Berger T, Krieger T, Sude K, Meyer B, Maercker A. Evaluating an e-mental health program ("deprexis") as adjunctive treatment tool in psychotherapy for depression: Results of a pragmatic randomized controlled trial. J Affect Disord. 2018 Feb;227:455-462. doi: 10.1016/j.jad.2017.11.021. Epub 2017 Nov 10. PMID: 29154168.

3Zwerenz R, Becker J, Knickenberg RJ, Siepmann M, Hagen K, Beutel ME. Online Self-Help as an Add-On to Inpatient Psychotherapy: Efficacy of a New Blended Treatment Approach. Psychother Psychosom. 2017;86(6):341-350. doi: 10.1159/000481177. Epub 2017 Nov 3. PMID: 29131090.

Sie haben noch Fragen?

Hier finden Sie häufige Fragen und Antworten zur Funktion und Anwendung von deprexis.

deprexis ist ein seit über 15 Jahren erprobtes Therapieprogramm. Die Wirksamkeit wurde in insgesamt 16 klinischen Studien nachgewiesen, womit deprexis zu den am besten und umfangreichsten untersuchten digitalen Therapien weltweit zählt.

Entwickelt wurde deprexis von der GAIA AG. Hinter dem Programm steht ein erfahrenes interdisziplinäres Team aus Ärzt:innen, Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen, das die Inhalte in Zusammenarbeit mit Betroffenen konzipiert hat. Darüber hinaus wurde deprexis im Rahmen eines Review-Prozesses unter anderem von international renommierten Fachleuten mitbegutachtet.

deprexis ist ab 18 Jahren geeignet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Inhalte und Übungen zur jeweiligen Lebenssituation passen und sicher sowie sinnvoll angewendet werden können.

deprexis ist aktuell in 10 verschiedenen Sprachen verfügbar, um auch Patient:innen mit unterschiedlichen Sprachhintergründen zu erreichen:

  • Englisch
  • Deutsch
  • Schwedisch
  • Griechisch
  • Spanisch
  • Italienisch
  • Französisch
  • Portugiesisch (Brasilien)
  • Portugiesisch (Portugal)
  • Traditionelles Chinesisch (Taiwan)

deprexis gibt es seit 2007. Das Programm wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und kommt seit über 15 Jahren als digitale Therapie bei Depressionen zum Einsatz.

Weltweit haben bereits über 275.000 Betroffene deprexis genutzt.

deprexis wurde u. a. in Kooperation mit renommierten Universitäten und Kliniken untersucht – darunter die Universität zu Lübeck / UKSH, das UKE, die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Universität Bern, die Universität Bielefeld, die Universität Trier und die Universität Tübingen.

³ 1 Meyer, B, Bierbrodt, J, et al. Effects of an Internet Intervention (Deprexis) on Severe Depression Symptoms: Randomized Controlled Trial. Internet Interventions. 2015; 2(1):48–59. https://doi.org/10.1016/j.invent.2014.12.003

⁴ 2 Berger T, Krieger T, Sude K, Meyer B, Maercker A. Evaluating an e-mental health program („deprexis“) as adjunctive treatment tool in psychotherapy for depression: Results of a pragmatic randomized controlled trial. J Affect Disord. 2018;227:455‐462.

An der Durchführung internationaler Studien beteiligten sich renommierte US-Partner, beispielsweise die University of Texas at Austin.

Eine kuratierte Übersicht zu Forschungsprojekten und Publikationen finden Sie auf der GAIA-Website im Bereich Forschung. Dort werden zentrale Studien (z. B. EVIDENT) und Kooperationspartner beschrieben und regelmäßig ergänzt.

In der wissenschaftlichen Fachliteratur wird deprexis als breit untersuchte digitale KVT eingeordnet. 

Diese aktuelle Übersichtsarbeit beschreibt deprexis als Anwendung „mit der breitesten Studienlage“. Die aktuelle Meta-Analyse bestätigt die Wirksamkeit von deprexis anhand einer Analyse von 12 RCT (n = 2901) zu deprexis.

Eine unabhängige Begutachtung (Projekt „Trusted Health Apps“) hebt außerdem die sehr gute wissenschaftliche Evaluierung von deprexis hervor und bewertet Wirkweise/Funktionen als geeignet, um die Zielsetzungen zu erreichen.

Ja. Wir bieten regelmäßig kostenfreie, CME-zertifizierte Online-Fortbildungen an – mit erfahrenen Referent:innen aus Medizin und Psychotherapie. Gezielte Fachveranstaltungen zu Depressionen und dem Einsatz von deprexis ergänzen dieses Angebot regelmäßig.  

Termine und Anmeldung entnehmen Sie bitte dem Fortbildungskalender.

Sie wünschen eine persönliche Führung durch deprexis? Fragen Sie einfach eine Produkt-Demo an.

deprexis ist so aufgebaut, dass Patient:innen selbstständig und intuitiv durch die Inhalte geführt werden. Bei technischen Fragen unterstützt der Hersteller-Support. Auf Behandlerseite reicht meist eine kurze Erwartungsklärung – hierfür können Sie unseren Patientenflyer nutzen.

deprexis ist ein umfassendes, interaktives Therapieprogramm, das eine Vielzahl von Übungen und Inhalten für Betroffene mit Depression bietet. Hier ist eine Übersicht für dich:

  • Verhaltensaktivierung
    • Erläuterung des Zusammenhangs zwischen aufbauenden und verstärkenden Aktivitäten und Depression.
    • Vorstellung des Konzepts der psychologischen Grundbedürfnisse (z.B. Kompetenz, Autonomie, soziale Eingebundenheit).
  • Kognitive Umstrukturierung
    • Erläuterung zum Umgang mit depressionsfördernden automatischen Gedanken und kognitiven Verzerrungen (z.B. Katastrophisieren, emotionale Beweisführung).
  • Entspannung, körperliche Aktivität und Lebensstiländerungen
    • Vorstellung verschiedener Entspannungstechniken zum Umgang mit Stress (z.B. Atemübungen, meditative Visualisierungsübungen, progressive Muskelentspannung).
    • Bedeutung von Lebensstiländerungen (z.B. gesunde Ernährung, körperliche Aktivität) für das psychische Wohlbefinden.
  • Akzeptanz und Achtsamkeit
    • Erläuterung der Schwierigkeiten, unerwünschte Gedanken und Gefühle kontrollieren oder unterdrücken zu wollen.
    • Vorstellung der Möglichkeit, derartige Gedanken und Gefühle zu akzeptieren und mit ihnen umgehen zu lernen.
  • Problemlösung
    • Erläuterung, wie man mit Problemen strukturiert umgehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln und umsetzen kann.
  • Erfahrungen aus der Kindheit
    • Verhaltenstherapeutisch orientierte Vorstellung des Zusammenhangs früher Lernerfahrungen mit dem späteren Auftreten einer Depression.
    • Erläuterung zum Umgang mit früheren problematischen Erfahrungen in der Kindheit.
  • Zwischenmenschliche Fähigkeiten
    • Verhaltenstherapeutisch orientierte Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem eigenen Verhalten gegenüber anderen Menschen und der Depression.
    • Vorstellung, wie man positiv mit anderen Menschen kommunizieren kann und welche Auswirkungen dies auf die Stimmung haben kann.
  • Positive Psychologie
    • Verhaltenstherapeutisch orientierte Erläuterung der Kernelemente positiver Psychologie (z.B. Ressourcenaktivierung).
    • Fokussierung auf persönliche Stärken und Talente.
  • Traumarbeit (optional)
    • Verhaltenstherapeutisch orientierte Vorstellung vom Umgang mit Träumen als Ansatz für Problemlösungen im Alltag.
  • Zusammenfassung der wichtigsten Schlüsselprinzipien und Techniken
    • Zusammenfassung der wichtigsten Prinzipien und Techniken aus den vorherigen Punkten.

deprexis ist als DiGA im Verzeichnis des BfArM gelistet und als Medizinprodukt der Risikoklasse I (nach MDR) eingestuft. 

Hier erfahren Sie mehr zu den Kontraindikationen.

Wie bei Depressionsbehandlungen insgesamt gilt: Bei suizidalem Risiko/akuter Krise ist eine unmittelbare ärztliche bzw. psychotherapeutische Versorgung erforderlich.

deprexis ist nicht für bestimmte schwere psychische Erkrankungen geeignet. Dazu gehören zum Beispiel Schizophrenie, schizoaffektive Störungen oder akute psychotische Episoden.

Auch bei bipolaren Erkrankungen (mit starken Wechseln zwischen depressiven und manischen Phasen) sowie bei akuten suizidalen Krisen oder anderen schweren Stimmungssymptomen sollte deprexis nicht eingesetzt werden.

Ja – deprexis kann bei schweren depressiven Episoden verordnet werden. Die Wirksamkeit in diesem Indikationsspektrum (darunter F32.2 und F33.2) wurde in mehreren klinischen Studien erfolgreich nachgewiesen.

Ja, wenn deprexis zusätzlich zu einer klassischen Psychotherapie genutzt wird, kann sich die Behandlung deutlich verbessern.

Studien zeigen: Menschen, die deprexis begleitend zur Therapie verwendet haben, hatten mehr als doppelt so starke Verbesserungen ihrer depressiven Beschwerden wie Personen, die eine klassische Psychotherapie ohne deprexis hatten.

Berger T, Krieger T, Sude K, Meyer B, Maercker A. Evaluating an e-mental health program („deprexis“) as adjunctive treatment tool in psychotherapy for depression: Results of a pragmatic randomized controlled trial. J Affect Disord. 2018;227:455‐462.

deprexis arbeitet mit einem dialogbasierten Aufbau und passt Inhalte über Auswahlpfade und Rückmeldungen an Beschwerden, Ziele und Fortschritt der Patient:innen an. Nutzer:innen können Schwerpunkte setzen und in ihrem individuellen Tempo arbeiten, was die Behandlung alltagsnah und personalisiert macht.

deprexis ist darauf ausgelegt, Selbstwirksamkeit zu stärken: Patient:innen bearbeiten KVT-basierte Inhalte in ihrem eigenen Tempo, üben alltagsnahe Strategien und erhalten strukturierte Rückmeldungen, wodurch Fortschritte erlebbar werden. 

Grundsätzlich wird empfohlen, das Programm ein- bis zweimal wöchentlich für etwa eine halbe bis eine Stunde zu nutzen.

deprexis ist grundsätzlich niedrigschwellig nutzbar, weil Inhalte flexibel im eigenen Tempo bearbeitet werden können und keine zusätzlichen Termine erforderlich sind.

Gleichzeitig können Vorerkrankungen wie starke kognitive Einschränkungen, ausgeprägte Antriebsstörungen oder eingeschränkte Medien-/Lesekompetenz die Nutzung erschweren. In diesen Fällen ist eine kurze Einschätzung der individuellen Eignung und ggf. zusätzliche Unterstützung hilfreich.

Am einfachsten ist eine kurze Einordnung in Alltagssprache, z. B.: „deprexis ist ein ärztlich verordnetes Online-Programm bei Depressionen, das von Ihrer Krankenkasse bezahlt wird. Sie bekommen konkrete Übungen und Gesprächsthemen an die Hand, die Sie im Alltag umsetzen – und Sie können sofort starten.“ 

Nutzen Sie gerne unseren Patient:innen-Flyer, der Ablauf, Nutzen und den Weg zum Start Schritt für Schritt erklärt.

Die DiGAV legt seit 2020 verbindliche Anforderungen an Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Qualität und Datenschutz für Anwendungen im BfArM-Verzeichnis fest. Die Aufnahme erfolgt nach Prüfung im BfArM-Fast-Track.

Für Sie als Behandler:in heißt das: Die Anwendung erfüllt regulatorische Standards, während technische Umsetzung und Betrieb in der Verantwortung des Herstellers liegen.

Ihre Verantwortung als Verordner:in liegt alleinig die medizinisch-therapeutische Einordnung: Indikation prüfen, Kontraindikationen berücksichtigen und dokumentieren – sowie sicherstellen, dass die Anwendung passend ist und Patient:innen wissen, was bei Verschlechterung/akuter Krise zu tun ist.

deprexis kann von allen Ärztinnen und Ärzten sowie von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verordnet werden – unabhängig davon, welche Therapieform (tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch) sie anbieten.

Im Rahmen des Entlassmanagements können Ärzt:innen im Krankenhaus deprexis verordnen (Muster 16 / Entlassrezept). Patient:innen reichen die Verordnung anschließend bei ihrer Krankenkasse ein und erhalten ihren Freischaltcode.

Ebenso können Ärzt:innen einer Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) oder Tagesklinik deprexis verordnen, wenn die Einrichtung bzw. die behandelnde Person verordnungsberechtigt ist. 

Nein. deprexis vermittelt Patient:innen nicht an Psychotherapeut:innen oder Ärzt:innen.

Wird zusätzliche Unterstützung benötigt, kann direkt eine Arzt- oder psychotherapeutische Praxis kontaktiert werden. Auch die Terminservicestelle unter 116 117 hilft bei der Suche nach einem passenden Behandlungsangebot.

Für eine unkomplizierte Kostenerstattung reichen Patient:innen die Verordnung sowie ggf. weitere Unterlagen – wie den Kostenvoranschlag – bei ihrer PKV oder Beihilfestelle ein. Eine vorherige Abstimmung mit dem Kostenträger sichert dabei die Kostenübernahme ab.

Für Bundesbeihilfe gilt: Digitale Anwendungen können beihilfefähig sein, wenn sie ärztlich/psychotherapeutisch verordnet sind und die Beihilfevoraussetzungen erfüllt werden.

In der Regel nein: deprexis ist niedrigschwellig angelegt, funktioniert mit geringen technischen Voraussetzungen und ist für Patient:innen intuitiv nutzbar – erfahrungsgemäß kommen sowohl jüngere als auch ältere Patient:innen gut mit dem Programm zurecht. 

Wenn Rückfragen auftreten, betreffen sie meist den Zugangsweg oder den Freischaltcode. In diesem Fall können sich die Patient:innen an den technischen Support von deprexis wenden.

Nein, Ihre bestehende Praxissoftware ist völlig ausreichend. 

Sie finden deprexis unter der PZN 17265872 in Ihrem System. Der Verordnungsprozess erfolgt gewohnt unkompliziert über Ihr vorhandenes Praxisprogramm.  Für die „klassische“ Verordnung ist keine Zusatzsoftware erforderlich.

Die elektronische Verordnung digitaler Anwendungen wird schrittweise in die Infrastruktur und Praxissoftware integriert. Die konkrete Verfügbarkeit hängt von Ihrem PVS/TI-Stand ab. Wo das e-Rezept für digitale Anwendungen bereits unterstützt wird, erfolgt der Ablauf grundsätzlich analog zur elektronischen Verordnung – andernfalls bleibt die Verordnung per Muster 16 der stabile Standardweg.

Für die reine Verordnung von deprexis gibt es aktuell keine spezifische, dauerhaft abrechenbare EBM-Ziffer.

Die Verordnung gilt ab Erstregistrierung für 90 Kalendertage. Das ist der Standardzeitraum, in dem Patient:innen mit dem Freischaltcode starten und deprexis nutzen können.

Um eine lückenlose Fortführung der Therapie zu gewährleisten, empfiehlt sich eine frühzeitige Folgeverordnung. So bleiben alle Fortschritte und Daten über den ersten 90-Tage-Zeitraum hinaus sicher erhalten.