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Über deprexis
Ob deprexis für dich geeignet ist, brauchst du nicht allein entscheiden. Die Einschätzung erfolgt gemeinsam mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer psychotherapeutischen Fachperson. Dabei werden deine Symptome, deine aktuelle Situation und mögliche Behandlungsalternativen berücksichtigt. Gemeinsam findet ihr eine Lösung, die zu dir und deinem Alltag passt.
Das Programm besteht aus bis zu zehn interaktiven Gesprächen, die wie echte Dialoge aufgebaut sind. Schritt für Schritt unterstützen die Gespräche dich dabei, nicht hilfreiche Denkmuster zu erkennen, neue Perspektiven einzunehmen, deine sozialen Fähigkeiten zu stärken und gesündere Gewohnheiten in deinen Alltag zu integrieren.
Die Inhalte sind jederzeit zugänglich, so kannst du in deinem eigenen Tempo arbeiten, wann und wo es für dich passt. Das macht deprexis zu einer hilfreichen und flexiblen Therapie, die alleinstehend, zur Überbrückung von Wartezeiten oder als Ergänzung zu einer herkömmlichen Psychotherapie genutzt werden kann.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass deprexis Depressionssymptome spürbar reduzieren und dein allgemeines Wohlbefinden nachhaltig verbessern kann.
deprexis ist ein seit über 15 Jahren erprobtes Therapieprogramm. Die Wirksamkeit wurde in insgesamt 16 klinischen Studien nachgewiesen, womit deprexis zu den am besten und umfangreichsten untersuchten digitalen Therapien weltweit zählt.
Entwickelt wurde deprexis von der GAIA AG. Hinter dem Programm steht ein erfahrenes interdisziplinäres Team aus Ärzt:innen, Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen, das die Inhalte in Zusammenarbeit mit Betroffenen konzipiert hat. Darüber hinaus wurde deprexis im Rahmen eines Review-Prozesses unter anderem von international renommierten Fachleuten mitbegutachtet.
deprexis ist ab 18 Jahren geeignet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Inhalte und Übungen zur jeweiligen Lebenssituation passen und sicher sowie sinnvoll angewendet werden können.
Depressionen und Angststörungen treten häufig gemeinsam auf. Welche Behandlung in deiner individuellen Situation sinnvoll ist, solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.
Wenn deine depressiven Beschwerden im Vordergrund stehen, kann deprexis dich gezielt bei der Behandlung der Depression unterstützen. In klinischen Studien zeigte sich dabei nicht nur eine deutliche Reduktion depressiver Symptome, sondern auch eine signifikante Verbesserung begleitender Angstsymptome (1–2). In einer großen Studie profitierten Personen mit zusätzlicher Sozialphobie sogar besonders stark von der Behandlung der Depression mit deprexis (3).
deprexis ist regulatorisch ausschließlich zur Behandlung von Depressionen zugelassen. In den Studien wurden jedoch neben depressiven Symptomen auch weitere psychische Belastungen – darunter Angstsymptome – systematisch untersucht.
Steht eine Angststörung im Mittelpunkt, kann velibra die passendere DiGA sein. velibra ist speziell für die Behandlung der Generalisierten Angststörung, der Panikstörung (mit oder ohne Agoraphobie) sowie der Sozialen Angststörung entwickelt und zugelassen.
deprexis darf nicht angewendet werden bei einer bipolaren Störung, einer psychotischen Störung (z. B. Schizophrenie) oder bei bestehendem suizidalem Risiko. Ein suizidales Risiko liegt vor, wenn in den letzten 90 Tagen eine ernsthafte Absicht bestand, sich das Leben zu nehmen – unabhängig von einem konkreten Plan – oder wenn in den letzten 12 Monaten ein Suizidversuch unternommen wurde.
Referenzen:
(1) Beevers CG, Pearson R, Hoffman JS, Foulser AA, Shumake J, Meyer B. Effectiveness of an internet intervention (Deprexis) for depression in a united states adult sample: A parallel-group pragmatic randomized controlled trial. J Consult Clin Psychol. 2017 Apr;85(4):367-380. doi: 10.1037/ccp0000171. Epub 2017 Feb 23. PMID: 28230390. (2) Zwerenz R, Becker J, Knickenberg RJ, Siepmann M, Hagen K, Beutel ME. Online Self-Help as an Add-On to Inpatient Psychotherapy: Efficacy of a New Blended Treatment Approach. Psychother Psychosom. 2017;86(6):341-350. doi: 10.1159/000481177. Epub 2017 Nov 3. PMID: 29131090.(3) Probst T, Berger T, Meyer B, Späth C, Schröder J, Hohagen F, Moritz S, Klein JP. Social phobia moderates the outcome in the EVIDENT study: A randomized controlled trial on an Internet-based psychological intervention for mild to moderate depressive symptoms. J Consult Clin Psychol. 2020 Jan;88(1):82-89. doi: 10.1037/ccp0000441. Epub 2019 Nov 4. PMID: 31682137.
deprexis ist aktuell in 10 verschiedenen Sprachen verfügbar, um auch Patient:innen mit unterschiedlichen Sprachhintergründen zu erreichen:
- Englisch
- Deutsch
- Schwedisch
- Griechisch
- Spanisch
- Italienisch
- Französisch
- Portugiesisch (Brasilien)
- Portugiesisch (Portugal)
- Traditionelles Chinesisch (Taiwan)
Um deprexis auf deinem Smartphone nutzen zu können, brauchst du einen Internetzugang und einen aktuellen Browser wie Google Chrome, Mozilla Firefox, Edge oder Safari. Damit alles gut angezeigt wird, empfehlen wir eine Bildschirmauflösung von mindestens 320 x 568 Pixel.
Außerdem benötigst du eine E-Mail-Adresse, und wenn du möchtest, kannst du auch deine Mobilnummer für den SMS-Service angeben. Für die Audioinhalte sorgt eine Bandbreite von etwa 192 kBit/s für eine gute Qualität.
deprexis gibt es seit 2007. Das Programm wird seitdem kontinuierlich weiterentwickelt und kommt seit über 15 Jahren als digitale Therapie bei Depressionen zum Einsatz.
Weltweit haben bereits über 275.000 Betroffene deprexis genutzt.
Wie erhalte ich deprexis?
Nein, eine ärztliche Verordnung ist nur dann erforderlich, wenn du eine Kostenerstattung durch deine Krankenversicherung erhalten möchtest. Wenn du deprexis selbst bezahlen möchtest, kannst du das auch ohne Rezept tun.
Im Detail gelten folgende Regelungen:
Gesetzlich versichert:
Wenn du in Deutschland gesetzlich versichert bist, übernimmt deine Krankenkasse die Kosten vollständig. Dafür brauchst du ein Kassenrezept von deiner Hausärztin/deinem Hausarzt, einer Fachärztin/einem Facharzt oder einer Psychotherapeutin/einem Psychotherapeuten. Mit diesem Rezept kannst du bei deiner Krankenkasse einen Freischaltcode anfordern und dich damit bei deprexis anmelden.
Privat versichert:
Auch bei einer privaten Krankenversicherung benötigst du eine Verordnung, um die Kosten erstattet zu bekommen. Am besten reichst du vorab einen Kostenvoranschlag bei deiner Krankenkasse ein. Nach der Kostenzusage, kannst du dich an diga-team@gaia-group.com wenden und deprexis anfragen. Im Anschluss sendest du die Rechnung sowie dein Rezept an deine private Krankenkasse zur Kostenerstattung.
Selbstzahlende:
Du kannst deprexis auch als Selbstzahler:in erwerben. Sende uns dafür einfach eine Anfrage per E-Mail an diga-team@gaia-group.com. Anschließend erhältst du den Freischaltcode für deprexis sowie eine Rechnung. Die Kosten für eine Lizenz von 90 Tagen betragen 297,50€ inklusive 19% Mehrwertsteuer.
Hinweis: deprexis ist eine zugelassene medizinische Anwendung zur Behandlung depressiver Beschwerden. Bitte informiere dich vor der Nutzung über das Anwendungsgebiet und mögliche Einschränkungen, um sicherzustellen, dass deprexis für dich geeignet ist.
Diagnosebestätigung:
Mit einer bestehenden Diagnose von einer qualifizierten Fachkraft kannst du dich auch direkt an deine Krankenkasse wenden und einen Freischaltcode anfordern. Den Download zur Diagnosebestätigung findest du hier.
Du kannst dein Rezept selbst bei deiner Krankenkasse einreichen. Das geht ganz klassisch per Post. Viele Krankenkassen bieten inzwischen aber auch ein Online-Portal an, über das du dein Rezept hochladen kannst. Das beschleunigt oft die Bearbeitung.
Wenn deine Ärztin oder dein Arzt dir ein E-Rezept ausstellt, frage nach einem Patientenausdruck zur Einlösung einer DiGA. In der Praxis wird dieser auch als „E-Rezept-Papiertoken“ bezeichnet. Diesen Ausdruck oder ein klassisches Rezept kannst du einfach über unseren kostenfreien Rezept-Service hochladen. Wir übernehmen dann die Einreichung bei deiner Krankenkasse. Einfach und unkompliziert.
Falls du bereits die E-Rezept-App der gematik oder die E-Rezept-App deiner Krankenkasse nutzt, kannst du dein Rezept für deprexis auch darüber einreichen.
Gesetzlich versichert:
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für deprexis vollständig, wenn du ein Kassenrezept von deiner Ärztin/deinem Arzt oder Psychotherapeutin/Psychotherapeuten erhältst.
Privat versichert:
Auch private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten häufig. Um auf Nummer sicher zu gehen, kannst du vorab einen Kostenvoranschlag bei deiner Versicherung einreichen. Den Kostenvoranschlag kannst du hier herunterladen.
Selbstzahlung:
Wenn deine Versicherung die Kosten nicht übernimmt oder du deprexis ohne Rezept nutzen möchtest, kannst du es auch als Selbstzahler:in direkt erwerben. Die Kosten für eine Lizenz mit 90 Tagen Laufzeit betragen 297,50 € inklusive 19 % Mehrwertsteuer.
deprexis ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet. Das bedeutet für dich: Wenn bei dir eine entsprechende Diagnose oder ein Verdacht vorliegt, übernehmen in der Regel alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für das Online-Therapieprogramm.
Auch viele private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für deprexis. Bitte erkundige dich vor Beginn der Nutzung direkt bei deiner privaten Krankenversicherung, ob und in welchem Umfang eine Kostenerstattung möglich ist.
Viele Betroffene sind unsicher, wie sie psychische Probleme in ihrer Arztpraxis ansprechen sollen. Diese Hinweise können dir helfen, dich auf das Gespräch vorzubereiten und deine Situation in Worte zu fassen.
Du könntest sagen:
“Mir fällt es gerade schwer, meine Beschwerden in Worte zu fassen, aber ich merke, dass es mir psychisch nicht so gut geht.”
„Ich suche aktuell nach zusätzlicher psychologischer Unterstützung.“
„Ich habe von digitalen Therapieprogrammen gehört und würde gern über deprexis sprechen.“
„Ich habe aktuell noch keinen Therapieplatz und möchte die Wartezeit sinnvoll nutzen.“
Viele Menschen fühlen sich vor solchen Gesprächen unsicher oder angespannt. Das ist völlig in Ordnung. Du darfst dir Zeit nehmen, nachfragen oder auch sagen, wenn dir etwas schwerfällt. Notiere dir am besten vor dem Gespräch bereits ein oder zwei Punkte, die dir wichtig sind. Du kannst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt offen über deine aktuelle Situation und Belastung sprechen. Die meisten Fachpersonen sind mit solchen Gesprächen bereits vertraut. Es ist ratsam, das Infoblatt über deprexis zu deinem Termin mitzubringen und gemeinsam zu besprechen.
Ja, deprexis kann grundsätzlich auch mehrfach verordnet werden. Eine Folgeverordnung wird sogar empfohlen, wenn du weiterhin von der Nutzung profitierst oder deine Behandlung fortsetzen möchtest.
Da deprexis als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gelistet ist, übernehmen in der Regel alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für weitere Verschreibungen. Vorausgesetzt, es liegt weiterhin eine entsprechende Diagnose vor.
Eine Verordnung gilt für jeweils 90 Tage. Wenn du deprexis über diesen Zeitraum hinaus nutzen möchtest, solltest du rechtzeitig vor Ablauf ein Folgerezept in deiner Arztpraxis beantragen. Nach Ablauf des Zugangs werden alle Daten im Programm unwiderruflich gelöscht.
Wenn dir deine Ärztin, dein Arzt oder Therapeut:in ein E-Rezept für deprexis ausstellt, frage am besten nach einem Papierausdruck zur Einlösung der DiGA. In der Arztpraxis wird dieser Ausdruck oft auch „E-Rezept-Papiertoken“ oder „Patientenausdruck“ genannt.
Diesen Ausdruck kannst du ganz einfach über unseren kostenfreien Rezept-Service hochladen. Wir übernehmen anschließend die Einreichung bei deiner Krankenkasse und fordern deinen Freischaltcode für dich an. Das ist für viele der unkomplizierteste Weg.
Bitte beachte: Für einige Krankenkassen steht der Rezept-Service derzeit leider nicht zur Verfügung (AOK Nordost, AOK Nordwest, AOK Hessen, BKK firmus, BAHN-BKK und Heimat Krankenkasse).
Alternativ kannst du dein E-Rezept auch direkt über die E-Rezept App der gematik oder die E-Rezept App deiner Krankenkasse einreichen. Einige Krankenkassen unterstützen dies bereits vollständig. Alles Weitere zum Einlöseprozess von deprexis über die gematik findest du hier.
Sobald du den Freischaltcode von deiner Krankenkasse erhalten hast, kannst du ihn auf auf dieser Webseite einlösen und direkt mit deprexis starten.
Technisches & Support
Wenn du technische Fragen hast, schreib einfach eine E-Mail an unser deprexis Support-Team unter info@deprexis.de. Wir helfen dir gerne weiter und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft.
- Rezept holen: Besorg dir bei deiner Ärztin/deinem Arzt oder in einer therapeutischen Praxis ein Rezept für deprexis.
- Rezept einlösen: Reiche das Rezept bei deiner Krankenkasse ein oder nutze ganz einfach den kostenfreien Rezept-Service auf der deprexis-Webseite.
- Freischaltcode erhalten: Deine Krankenkasse schickt dir daraufhin deinen persönlichen Freischaltcode zu.
- Code eingeben & Konto erstellen: Gib den Code auf der Webseite in der Registrierungsmaske ein. Folge den Anweisungen, um dein Konto anzulegen. Wichtig: Achte auf die korrekte Schreibweise deiner E-Mail-Adresse.
- Anmeldung bestätigen: Du erhältst eine Bestätigungs-E-Mail. Klicke auf den darin enthaltenen Link, um deinen Account zu aktivieren.
- Login: Sobald du den Link bestätigt hast, ist dein Zugang frei. Logge dich einfach mit deinen Nutzerdaten (E-Mail und Passwort) unter deprexis.broca.io/de/login ein.
deprexis findest du nicht im App‑Store, weil es keine klassische Smartphone‑App ist. Die Anwendung läuft als webbasiertes Programm, auf das du einfach über den Browser deines Handys, Tablets oder Computers zugreifst.
Die webbasierte Anwendung erfüllt höchste Datenschutzstandards. Da keine Installation über App-Stores nötig ist, entfallen zusätzliche Abhängigkeiten von Drittanbietern. Deine sensiblen Gesundheitsdaten werden direkt über gesicherte und zertifizierte Server-Infrastrukturen verarbeitet, was maximale Kontrolle und Sicherheit gewährleistet.
Wandle den 16- stelligen Code, den du von deiner Krankenkasse erhalten hast, einmalig in deinen persönlichen Zugangsschlüssel um, um ihn freizuschalten.
Code einlösen: https://deprexis.com/de-de/aktivieren
Deinen Zugangsschlüssel (die Kombi aus Buchstaben und Zahlen) brauchst du nur ein einziges Mal für deine Registrierung. Später meldest du dich einfach mit deiner E-Mail-Adresse und dem Passwort an, die du bei der Anmeldung festgelegt hast.
Achte bei der Anmeldung darauf, dass du deine Daten korrekt eingibst (Groß- und Kleinschreibung beim Passwort beachten). Falls du dein Passwort vergessen hast, kannst du es über die Funktion „Passwort anfordern“ zurücksetzen.
Um die Registrierung abzuschließen, ist es wichtig, den Link in der Bestätigungs-E-Mail zu klicken. Bitte beachte, dass dieser nach einiger Zeit abläuft. Hier kannst du dir den Link erneut zusenden lassen: https://deprexis.broca.io/de-DE/confirmation/email/request.
Solltest du weiterhin Probleme bei der Registrierung oder Anmeldung haben, wende dich gerne an den Support: info@deprexis.de.
Kein Problem! Wenn du dein Passwort vergessen hast, kannst du es hier erneuern:
Um Feedback zu geben oder Beschwerden einzureichen, nutze unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf dein Feedback.
Wenn du Fragen zu den Inhalten von deprexis hast, kontaktiere gerne unseren Support über das Kontaktformular.
Falls die Eingabe deines Freischaltcodes nicht direkt klappt, probiere Folgendes:
- Beachte, dass die Ziffer Null „0“ in von Krankenkassen ausgestellten Freischaltcodes nicht enthalten ist. Bitte achte darauf, sie nicht mit dem Buchstaben „O“ zu verwechseln.
- Eventuell sorgt eine technische Störung dafür, dass die Eingabe nicht funktioniert. Bitte versuche es in 1 bis 2 Stunden noch einmal.
Therapie & Wirkung
deprexis ist ein umfassendes, interaktives Therapieprogramm, das eine Vielzahl von Übungen und Inhalten für Betroffene mit Depression bietet. Hier ist eine Übersicht für dich:
- Verhaltensaktivierung
- Erläuterung des Zusammenhangs zwischen aufbauenden und verstärkenden Aktivitäten und Depression.
- Vorstellung des Konzepts der psychologischen Grundbedürfnisse (z.B. Kompetenz, Autonomie, soziale Eingebundenheit).
- Kognitive Umstrukturierung
- Erläuterung zum Umgang mit depressionsfördernden automatischen Gedanken und kognitiven Verzerrungen (z.B. Katastrophisieren, emotionale Beweisführung).
- Erläuterung zum Umgang mit depressionsfördernden automatischen Gedanken und kognitiven Verzerrungen (z.B. Katastrophisieren, emotionale Beweisführung).
- Entspannung, körperliche Aktivität und Lebensstiländerungen
- Vorstellung verschiedener Entspannungstechniken zum Umgang mit Stress (z.B. Atemübungen, meditative Visualisierungsübungen, progressive Muskelentspannung).
- Bedeutung von Lebensstiländerungen (z.B. gesunde Ernährung, körperliche Aktivität) für das psychische Wohlbefinden.
- Akzeptanz und Achtsamkeit
- Erläuterung der Schwierigkeiten, unerwünschte Gedanken und Gefühle kontrollieren oder unterdrücken zu wollen.
- Vorstellung der Möglichkeit, derartige Gedanken und Gefühle zu akzeptieren und mit ihnen umgehen zu lernen.
- Problemlösung
- Erläuterung, wie man mit Problemen strukturiert umgehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln und umsetzen kann.
- Erläuterung, wie man mit Problemen strukturiert umgehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln und umsetzen kann.
- Erfahrungen aus der Kindheit
- Verhaltenstherapeutisch orientierte Vorstellung des Zusammenhangs früher Lernerfahrungen mit dem späteren Auftreten einer Depression.
- Erläuterung zum Umgang mit früheren problematischen Erfahrungen in der Kindheit.
- Zwischenmenschliche Fähigkeiten
- Verhaltenstherapeutisch orientierte Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem eigenen Verhalten gegenüber anderen Menschen und der Depression.
- Vorstellung, wie man positiv mit anderen Menschen kommunizieren kann und welche Auswirkungen dies auf die Stimmung haben kann.
- Positive Psychologie
- Verhaltenstherapeutisch orientierte Erläuterung der Kernelemente positiver Psychologie (z.B. Ressourcenaktivierung).
- Fokussierung auf persönliche Stärken und Talente.
- Traumarbeit (optional)
- Verhaltenstherapeutisch orientierte Vorstellung vom Umgang mit Träumen als Ansatz für Problemlösungen im Alltag.
- Verhaltenstherapeutisch orientierte Vorstellung vom Umgang mit Träumen als Ansatz für Problemlösungen im Alltag.
- Zusammenfassung der wichtigsten Schlüsselprinzipien und Techniken
- Zusammenfassung der wichtigsten Prinzipien und Techniken aus den vorherigen Punkten.
Vorab: Es gibt keine perfekte Nutzung von deprexis. Versuche, das Therapieprogramm so natürlich wie möglich in deinen Alltag einzubinden und achte darauf, dass sich die Nutzung stets gut für dich anfühlt. Viele Nutzende haben davon profitiert, wenn sie sich regelmäßig kleine Zeitfenster einplanen und Inhalte in Ruhe bearbeiten.
Hilfreich kann sein:
Ein fester, ruhiger Ort: Eine Routine macht dir die Nutzung von deprexis einfacher. Zum Beispiel jeden Mittwoch- und Freitagabend auf dem Sofa mit einer Tasse Tee.
Regelmäßige Einheiten: Wir empfehlen 1-2 Mal pro Woche mindestens eine halbe Stunde im Programm zu verbringen.
Verknüpfe deprexis mit Bestehendem: Zum Beispiel nach dem Frühstück oder abends vor dem Zähneputzen. Bestehende Routinen erleichtern das Dranbleiben.
Offenheit gegenüber den Übungen: Versuche, dich unvoreingenommen und ohne Leistungsdruck auf die Übungen und Inhalte einzulassen.
Ein “Therapietagebuch”: Schreibe die für dich besonders wichtigen Impulse aus deprexis in ein nur dafür angelegtes Notizheft.
Nutze Erinnerungen bewusst: Kalendereinträge oder Erinnerungen können eine freundliche Einladung an dich selbst sein, dir etwas Gutes zu tun.
Erlaube dir Pausen: Es ist in Ordnung, Gespräche mal zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen.
Nicht alles sofort verstehen müssen: Manche Inhalte wirken erst später nach. Du musst nicht bei jeder Übung sofort etwas spüren.
Hole dir Unterstützung: Wenn dich Inhalte belasten oder Fragen aufwerfen, darfst du mit einer Fachkraft oder vertrauten Person darüber sprechen.
Deine Ärztin/dein Arzt oder deine Psychotherapeutin/dein Psychotherapeut kann deine Angaben aus deprexis nicht automatisch einsehen. Wenn du möchtest, kannst du sie aber jederzeit selbst über deine Nutzung und Fortschritte informieren, so behält dein Behandlungsteam den Überblick und kann dich noch gezielter unterstützen.
deprexis kannst du sowohl allein nutzen als auch begleitend zu anderen Therapieformen einsetzen. Wir möchten dich aber darauf hinweisen, dass deprexis nicht dazu gedacht ist, eine Behandlung durch Ärzt:innen oder Therapeut:innen zu ersetzen und auch keine Grundlage für diagnostische oder therapeutische Entscheidungen bietet. Änderungen an bestehenden Medikamenten oder Behandlungen solltest du immer nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin/deinem Arzt oder deiner Psychotherapeutin/deinem Psychotherapeuten vornehmen.
Wenn du dich in einer Krise befindest oder sich dein Gesundheitszustand plötzlich verschlechtert, wende dich bitte sofort an deine behandelnde Ärztin/deinen behandelnden Arzt oder deine Psychotherapeutin/deinen Psychotherapeuten. Alternativ kannst du in Deutschland auch folgende Notrufnummern nutzen:
- Notruf allgemein / Rettungsdienst: 112
- Polizei: 110
- Seelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
Bitte beachte: deprexis ist nicht für Notfälle gedacht. Es ist eine digitale Therapie zur Selbsthilfe und ersetzt keine akute Betreuung durch medizinisches Fachpersonal. Wenn es dringend ist, zögere nicht, sofort professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – du bist damit nicht allein.
deprexis bietet dir verschiedene Tools, um deinen therapeutischen Fortschritt im Blick zu behalten. Dazu gehören tägliche Stimmungschecks und der sogenannte PHQ-9-Fragebogen, den du alle 14 Tage ausfüllen kannst, um den Verlauf deiner Depression zu verfolgen. Aus diesen Tests und Stimmungschecks erstellt deprexis regelmäßige Berichte, die deine Aktivitäten und Fortschritte zusammenfassen. Auf freiwilliger Basis kannst du diese Berichte auch mit deiner Therapeutin/deinem Therapeuten oder deiner Ärztin/deinem Arzt besprechen.
Die interaktiven Übungen und die Gespräche geben dir außerdem kontinuierliches Feedback und helfen dir dabei, deine Ziele zu erreichen und deinen Fortschritt zu reflektieren.
deprexis ist nicht für bestimmte schwere psychische Erkrankungen geeignet. Dazu gehören zum Beispiel Schizophrenie, schizoaffektive Störungen oder akute psychotische Episoden.
Auch bei bipolaren Erkrankungen (mit starken Wechseln zwischen depressiven und manischen Phasen) sowie bei akuten suizidalen Krisen oder anderen schweren Stimmungssymptomen sollte deprexis nicht eingesetzt werden.
Ja, wenn deprexis zusätzlich zu einer klassischen Psychotherapie genutzt wird, kann sich die Behandlung deutlich verbessern.
Studien zeigen: Menschen, die deprexis begleitend zur Therapie verwendet haben, hatten mehr als doppelt so starke Verbesserungen ihrer depressiven Beschwerden wie Personen, die eine klassische Psychotherapie ohne deprexis hatten.
Berger T, Krieger T, Sude K, Meyer B, Maercker A. Evaluating an e-mental health program („deprexis“) as adjunctive treatment tool in psychotherapy for depression: Results of a pragmatic randomized controlled trial. J Affect Disord. 2018;227:455‐462.
Nutzung im Alltag
Die empfohlene Nutzungsdauer für deprexis liegt bei 180 Tagen, damit die Therapie ihre Wirkung entfalten und die Effekte stabil bleiben können. Eine Verordnung gilt zunächst für 90 Tage. Daher ist rechtzeitiges Handeln wichtig: Vor Ablauf sollte mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt oder der therapeutischen Fachkraft über ein Folgerezept gesprochen werden.
Die Daten werden sonst nach den ersten 90 Tagen unwiderruflich gelöscht. Mit einem Folgerezept wird ein nahtloser Übergang ermöglicht, die bisherigen Fortschritte werden gefestigt und die bisherigen Daten bleiben gesichert. Alternativ kann deprexis auch als Selbstzahlerin/Selbstzahler weiterhin genutzt werden, um die Daten zu behalten.
deprexis ist ein onlinebasiertes Therapieprogramm, für das du einen Internetzugang und ein geeignetes Endgerät wie ein Handy, Tablet oder einen Computer brauchst. Leider gibt es keine Offline-Funktionen, sodass du ohne Internetzugang nicht auf deprexis zugreifen kannst.
Wenn du keinen eigenen Internetzugang hast, gibt es aber Möglichkeiten, trotzdem auf deprexis zuzugreifen. Viele Bibliotheken bieten zum Beispiel Computer mit Internet an. Such dir einfach einen Ort, an dem du ungestört arbeiten kannst. Alles, was du brauchst, sind deine Login-Daten, um dich bei deprexis anzumelden. Die Anwendung ist sehr intuitiv und einfach aufgebaut, sodass jeder, der Texte lesen kann, deprexis problemlos nutzen kann.
Wenn du einmal Unterstützung brauchst, steht dir auch unser technischer Support zur Verfügung. Du erreichst ihn über das Kontaktformular auf der Webseite oder per E-Mail an info@deprexis.de.
Ja, du kannst deprexis jederzeit pausieren oder abbrechen. Das Programm lässt sich später genau an der Stelle fortsetzen, an der du aufgehört hast. Dein Fortschritt wird gespeichert. Beachte dabei, dass die maximale Nutzungsdauer einer Verordnung 90 Tage beträgt.
Um deprexis länger als 90 Tage hinaus nutzen zu können, wird ein Folgerezept benötigt. Dieses kann bei der behandelnden Ärztin/ behandelnden Arzt oder der Therapeutin/ Therapeuten angefragt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Verordnung über die Krankenkasse zu beantragen und dort einen weiteren Freischaltcode für deprexis anzufordern. Sobald ein neuer Code vorliegt, kann er wie gewohnt auf der deprexis-Website eingelöst werden. Der Zugang verlängert sich dann um weitere 90 Tage.
Es wird empfohlen, den neuen Freischaltcode vor Ablauf des aktuellen Zugangs einzulösen, damit die Verlängerung reibungslos funktioniert. Die verbleibende Laufzeit des Accounts kann in den Nutzungseinstellungen eingesehen werden.
Wichtig dabei zu wissen ist, dass gesetzlich vorgeschrieben ist, dass personenbezogene Daten nach 90 Tagen unwiderruflich gelöscht werden. Ist der Zugang bereits abgelaufen, besteht kein Zugriff mehr auf die Angaben und persönlichen Daten in deprexis. Sollten ein paar Tage Aufschub benötigt werden, kann der Support unter info@deprexis.de kontaktiert werden.
Datenschutz bei deprexis
Du kannst deprexis auch anonym verwenden, indem du bei der Registrierung eine E-Mail-Adresse und eine Anrede auswählen, die keine Rückschlüsse auf deine Identität zulassen (die zum Beispiel nicht deinen echten Namen enthält). Kostenlose E-Mail-Konten kannst du z.B. bei GMX, Hotmail oder Gmail einrichten.
Darüber hinaus nehmen wir den Schutz deiner personenbezogenen Daten, z.B. deine E-Mail-Adresse, sehr ernst und verwenden diese nur, um eine Nutzung von deprexis zu ermöglichen. Deine personenbezogenen Daten werden weder an Dritte weitergegeben noch für werbliche Zwecke verwendet. Die Speicherung erfolgt nach den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen.
Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt im Einklang mit der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) in den Vereinigten Staaten. Persönliche Daten werden streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Die Speicherung erfolgt nach den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen. Daten werden auf sicheren Servern in Deutschland gelagert.
Nach Ende der Programmnutzung (Nutzungszeitraum 90 Tage) werden alle personenbezogenen Daten automatisch und unverzüglich gelöscht.
Du kannst deine Mobilnummer optional für den SMS-Service angeben. So erhältst du auf Wunsch tägliche Erinnerungen oder kleine Impulse wie Tipps und Übungen, die dir helfen, deprexis leichter in deinen Alltag einzubauen und motiviert zu bleiben.
Ja, es ist möglich, deine deprexis-Daten zu exportieren. In deprexis findest du unter dem Menüpunkt "Persönliche Daten" eine Übersicht über deine bearbeiteten Gespräche und den Verlauf deiner Selbsteinschätzung. Diese Daten können über den Button "PDF erstellen" exportiert und mit Dritten, wenn gewünscht, geteilt werden.
Magazin
Depression verstehen
Die 5 Phasen der Depression ist ein hilfreiches Modell, um den Verlauf einer depressiven Erkrankung besser zu verstehen. Zu den Phasen gehören negative Gedankenmuster, Appetitveränderungen, Schlafstörungen, Selbstbeschuldigungen und schließlich mögliche Suizidgedanken in einer akuten Krise. Nicht jede Person durchläuft alle Phasen in gleicher Reihenfolge oder Intensität, doch sie geben Orientierung über den Verlauf einer Depression und zeigen typische Warnsignale.
Mit negativen Gedankenmustern kannst du umgehen, indem du diese hinterfragst und du dir einen Realitätscheck durch Gespräche mit vertrauten Menschen holst. Alternativ kann es helfen, wenn du deine Gedanken aufschreibst oder Achtsamkeitsübungen durchführst.
Bei Appetitveränderungen hilft es, feste Mahlzeiten einzuplanen, leichte Bewegung in den Alltag einzubauen und bei anhaltenden Problemen ärztlichen Rat einzuholen. Versuche, anderweitige Bewältigungsstrategien zu finden als das “Stressessen”.
Schlafstörungen kannst du vorbeugen, indem du eine regelmäßige Schlafroutine etablierst, Bildschirmpausen einhältst, abendliche Entspannungsrituale pflegst und tagsüber für ausreichend Bewegung und Tageslicht sorgst.
In der Phase der Selbstbeschuldigung ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Depression die Wahrnehmung verzerrt. Du bist nicht an allem schuld. Übe Selbstmitgefühl, halte kleine Erfolge fest und suche dir Unterstützung bei Freund:innen, der Familie oder Fachkräften.
Bei Suizidgedanken ist es entscheidend, nicht allein zu bleiben. In Deutschland erreichst du die TelefonSeelsorge anonym und kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 sowie online über telefonseelsorge.de. Bei akuter Gefahr wähle den Notruf 112 oder wende dich an die nächste Notaufnahme. Auch vertraute Menschen oder Therapeuten können dir in dieser Situation helfen.
Ja, das Risiko steigt erheblich. Studien zeigen, dass anhaltende Schlafstörungen nicht nur ein Symptom sind, sondern auch ein Faktor sein können, der zu einer Depression beiträgt. Anhaltende Schlafstörungen stören dein emotionales Gleichgewicht, erhöhen deinen Stresspegel und machen dich anfälliger für die Herausforderungen des Alltags. Dies erhöht das Risiko, dass depressive Symptome auftreten oder sich verschlimmern.
Ja, häufiges Aufwachen in der Nacht oder sehr frühes Aufwachen am Morgen gehören zu den typischen Schlafstörungen bei Depressionen. Studien zeigen, dass die Schlafphasen bei depressiven Menschen verschoben sind. Der tiefe, erholsame Schlaf ist verkürzt, während der REM-Schlaf früher einsetzt und häufiger auftritt. Dies führt dazu, dass selbst ein scheinbar ausreichender Schlaf als wenig erholsam empfunden wird.
Achte auf feste Schlaf- und Aufstehzeiten. Auch am Wochenende. Eine ruhige Abendroutine kann dir dabei helfen, dich zu entspannen. Versuche, abends ein paar Seiten zu lesen, leise Musik zu hören oder sanfte Dehnübungen zu machen. Übermäßiges Grübeln stellt ein häufiges Problem bei Depressionen dar. Schreibe deine Sorgen und Gedanken bewusst im Laufe des Tages auf, damit sie nachts nicht kreisen. Außerdem hilft dir eine klare Tagesstruktur und leichte Bewegung dabei, abends besser zu schlafen. Regelmäßige Aktivität steigert deinen Schlafdruck und stabilisiert deine Stimmung.
Depressionen entstehen in der Regel durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu zählen genetische Veranlagung, biologische Veränderungen im Gehirn, psychosoziale Belastungen und Umwelteinflüsse. Auch chronische Krankheiten, Stress, traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder belastende Lebensereignisse können das Risiko erhöhen. Die genaue Ursache ist bei jedem Menschen individuell.
Eine Depression kann durch belastende Ereignisse oder plötzliche Veränderungen im Leben ausgelöst werden, selbst wenn vorher keine Anzeichen bestanden. Beispiele sind der Verlust eines geliebten Menschen, Trennung oder Scheidung, Arbeitslosigkeit oder finanzielle Probleme. Menschen mit einer erhöhten seelischen Verletzlichkeit reagieren auf solche Situationen oft sensibler, sodass sich depressive Symptome schneller entwickeln.
Ja, Umweltfaktoren können depressive Symptome verstärken oder auslösen. Dazu zählen zum Beispiel Sonnenlichtmangel im Winter, hohe Temperaturen, Lärm, Luftverschmutzung, das Leben in Großstädten oder belastende Ereignisse aus der Welt. Auch soziale Einflüsse wie Isolation, Konflikte oder fehlende Unterstützung im Umfeld wirken sich negativ auf die psychische Gesundheit aus.
In fast allen Statistiken – ob aus Befragungen oder Abrechnungsdaten – sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Sie zeigen höhere Raten sowohl bei den Symptomen als auch bei den Diagnosen. Die Gründe dafür sind komplex: Sie reichen von höheren Belastungen in Beruf und Familie über eine größere Bereitschaft zur Hilfesuche bis hin zu möglichen biologischen und hormonellen Faktoren. Männer können aber ebenso häufig betroffen sein – sie suchen im Schnitt seltener und später ärztliche oder therapeutische Hilfe.
Die höchsten Symptomraten (gemessen in Screenings) finden sich oft bei jüngeren Erwachsenen und Menschen mittleren Alters – das hängt unter anderem mit den Belastungen im Berufsleben zusammen. Bei Kindern und Jugendlichen variieren die Werte stark je nach verwendetem Instrument. Interessant ist, dass bei Älteren die Diagnoseraten relativ stabil sind, aber depressive Symptome im Alter oft mit körperlichen Beschwerden verwechselt oder überdeckt werden.
Ja. Depressionen gehören zusammen mit Angststörungen und chronischen körperlichen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Gemessen an der Gesamtbelastung (Jahre mit Behinderung und verlorene Lebensjahre) spielen psychische Erkrankungen eine sehr große Rolle.
Nimm die Anzeichen ernst. Sprich zeitnah mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Berichte, seit wann die Beschwerden bestehen und wie sie Alltag, Arbeit oder Beziehungen beeinflussen. Nutze Selbsttests als Gesprächsgrundlage und bitte nahestehende Menschen um Unterstützung. Bei einer akuten Krise solltest du dich an die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111/222 oder 116 123 wenden, sie steht dir rund um die Uhr zur Verfügung.
In einem Gespräch und auf Grundlage anerkannter medizinischer Kriterien (ICD/DSM), ergänzt durch einen Fragebogen und mit einer Untersuchung zum Ausschluss körperlicher Ursachen.
Nicht immer. Eine leichte Depression wird zuerst mit einer Psychotherapie behandelt. Bei mittelgradigen bis schweren Verläufen können Antidepressiva zusätzlich sinnvoll sein.
Es gibt keinen einfachen Laborwert, der eine Depression sicher nachweist. Veränderungen in Netzwerken und Botenstoffen sind gut belegt, dienen aber bisher nicht als Routine-Test. In der Praxis zählen Gespräch, Verlauf und Schweregrad.
Es gibt eine familiäre Häufung, die das Risiko erhöht. Gene sind aber kein Schicksal. Umwelt, Beziehungen und Lebensstil beeinflussen, ob und wie eine Depression ausbricht.
Ja. Chronischer Stress und Schlafmangel verschieben Botenstoffe und verstärken Symptome. Eine Schlafroutine, Tageslicht und Bewegung stabilisieren das System.
Schwere Depressionen beeinträchtigen fast alle Bereiche des Lebens. Viele Menschen verlieren ihren Antrieb, Appetit und Schlaf. Einige empfinden starke Schuldgefühle für das, was ihnen passiert. Einige denken an Suizid. Angehörige helfen am besten, wenn sie den Alltag stark vereinfachen und für den Menschen da sind. Gute Hilfe bedeutet, Termine zu sichern, Krisenpläne zu kennen und auf Signale zu achten. Gute Hilfe bedeutet auch, Belastung zu teilen und sich selbst zu schützen.
Ein Burnout entsteht oft aus Dauerstress bei der Arbeit. Eine Depression betrifft alle Lebensbereiche und auch Menschen ohne starken Arbeitsstress. Beide Zustände führen zu Erschöpfung und Schlafproblemen.
Eine Depression zerrt an einer Beziehung. Wenn depressive Menschen sich zurückziehen, dann bremst das automatisch die sonst gewohnte Nähe. Ihre Reizbarkeit führt zu Streit, und Missverständnisse können wachsen. Paare schützen ihre Beziehung am besten, indem sie feste Rituale pflegen. Ein kurzer Spaziergang nach dem Essen, ein Abend pro Woche ohne Handy oder eine Liste mit schönen Dingen kann wirklich helfen.
Viele Residualsymptome (Restbeschwerden) lassen innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten nach. Eine starke Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme können länger anhalten. Wer konsequent deine Erhaltungstherapie macht, sich bewegt, gut schläft und sozial aktiv bleibt, beschleunigt die Erholung und senkt damit das Rückfallrisiko.
Achte auf Frühwarnzeichen, die sich oft unbemerkt einschleichen: Dein Schlaf wird schlechter, du fängst wieder an, zu grübeln, ziehst dich sozial zurück oder erlebst Stress im Beruf. Auch ein fehlender Appetit oder weniger Freude an Dingen, die sonst Spaß machen, sind Signale.
Das A und O ist eine gute Schlafhygiene. Sie umfasst alle Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Umgebungsfaktoren, die einen gesunden, erholsamen Schlaf fördern und Schlafstörungen reduzieren, indem sie den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen. Halte feste Schlafenszeiten ein, sorge für eine kühle und dunkle Schlafumgebung und vermeide Koffein und helle Bildschirme am Abend. Sorge außerdem für Entspannung, indem du meditierst, Atem- oder Stretchingübungen machst.
Ein Serotonin-Syndrom entsteht, wenn zu viel Serotonin im Körper wirkt – meist nach dem Start, der Erhöhung oder der Mischung von Medikamenten, die Serotonin beeinflussen. Typisch sind Unruhe, Zittern, Schwitzen, Durchfall, Fieber und Muskelzucken. So ein Notfall gehört sofort in ärztliche Hände.
Vor allem Kombinationen sind riskant. Dazu zählen SSRI- oder SNRI-Antidepressiva zusammen mit bestimmten Schmerzmitteln, Migränemitteln, Hustensäften, Drogen oder Johanniskraut.
Die Beschwerden entwickeln sich oft innerhalb weniger Stunden. Rufe bei einem Verdacht sofort den Rettungsdienst.
Achtsamkeit ist die Haltung (die bewusste, nicht-urteilende Aufmerksamkeit) und Meditation ist die Methode, die diese Haltung trainiert.
Achtsamkeit ist das Wesentliche bei der Meditation. Wenn du meditierst, übst du Achtsamkeit, indem du deine Aufmerksamkeit immer wieder freundlich in den gegenwärtigen Moment zurückbringst.
Jon Kabat-Zinn, der Gründer des MBSR-Programms, versteht Achtsamkeit als die absichtliche, nicht verurteilende Aufmerksamkeit für den gegenwärtigen Moment. Er hat die Praxis aus ihrem religiösen Kontext gelöst, um sie als wissenschaftlich fundierte Methode zur Stressbewältigung zugänglich zu machen.
Häufig treten Schlafstörungen, innere Unruhe, Gesichtsröte, gesteigerter Appetit und Wassereinlagerungen auf. Psychische Beschwerden wie Traurigkeit sind möglich, besonders bei hohen Dosen.
Die Kombination ist häufig möglich, jedoch müssen mögliche Wechselwirkungen geprüft und der Einnahmezeitpunkt abgestimmt werden.
Viele Beschwerden bessern sich nach einer Senkung der Dosis oder nach dem Ende der Behandlung. Bis sich alles stabilisiert, können einige Wochen vergehen.
Kleine Studien berichten gelegentlich über Entspannung, doch ein gesicherter Nachweis einer antidepressiven Wirkung fehlt. GABA ist kein Antidepressivum.
GABA bremst übermäßige Erregung, unterstützt Entspannung und fördert den Schlaf. Diese Wirkung erreichst du zum Beispiel auch mit festen Schlafzeiten, Tageslicht und Bewegung.
Als Nahrungsergänzung berichten Menschen über Schläfrigkeit, Schwindel oder Magenbeschwerden.
Ja, eine Verwechslung ist gut möglich. Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und der Wunsch nach Rückzug kommen bei beiden Krankheiten vor. Der Blick auf den Krankheitsverlauf seit der Kindheit oder Jugend und die Stimmung im Tagesverlauf helfen bei der Unterscheidung.
Ja, man kann ADHS und Depressionen gleichzeitig haben – es ist sogar häufig, dass Menschen mit ADHS Depressionen entwickeln.
ADHS selbst löst keine Depression „automatisch“ aus. Aber die chronischen Belastungen durch ADHS wie zum Beispiel die ständige Überforderung können zu einer Depression führen.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Pille zählen leichte Übelkeit, Zwischenblutungen, Spannungsgefühl in der Brust, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen. Auch Gewichtszunahme und eine veränderte Libido (Lust auf Sex) werden häufig genannt.
Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Präparate, die beide Hormone Östrogen und Gestagen enthalten, insbesondere solche mit älteren Gestagenen, tendenziell ein etwas höheres Risiko für depressive Symptome zeigen können, besonders bei jungen Anwenderinnen. Präparate, die nur Gestagen enthalten – auch Minipille genannt – und andere Formen wie die Hormonspirale zeigen weniger Auffälligkeiten. Dennoch reagiert jeder Körper anders. Es gibt leider keine allgemeingültige Antwort.
Es gibt nicht die eine Pille mit den geringsten Nebenwirkungen für alle. Jede Frau reagiert anders auf die Kombination und Dosis der Hormone. Generell gelten Präparate mit einer niedrigeren Hormondosis oft als sanfter. Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht – jede muss individuell testen.
Die Nebenwirkungen sind oft in den ersten Wochen und Monaten nach dem Start oder Wechsel der Pille am stärksten. Viele Nebenwirkungen, auch leichte Stimmungsschwankungen, lassen nach einigen Zyklen von selbst nach, sobald sich der Körper an die Hormone gewöhnt hat. Halten sie jedoch an oder werden schlimmer, solltest du immer ärztlichen Rat suchen.
Es müssen über mindestens zwei Wochen mehrere typische Symptome vorliegen, darunter mindestens ein Hauptsymptom (gedrückte Stimmung oder Verlust von Interesse/Freude). Die Beschwerden müssen den Alltag deutlich beeinträchtigen; andere Ursachen werden ausgeschlossen.
Die ICD-11 formuliert die Kriterien klarer, betont Alltagsbeeinträchtigung und Intensität und strukturiert die Symptome etwas anders als die ICD-10. Dadurch wird die Feststellung verlässlicher.
Ja. Hausärzt:innen sind oft die erste Anlaufstelle. Sie führen das Erstgespräch, prüfen körperliche Ursachen, nutzen Fragebögen wie den PHQ-9 und stellen – falls die Kriterien erfüllt sind – die Diagnose oder überweisen an Fachärzt:innen oder Psychotherapeut:innen.
Starte mit mehr Licht, Rhythmus und Bewegung:
- Täglich 20–30 Minuten Gehen oder leichte Bewegung.
- Frühes Tageslicht am Morgen.
- Kleine Ziele setzen, um Erfolgserlebnisse zu sammeln.
- Die Ernährung auf Eiweiß umstellen, wie in der Tabelle gezeigt.
Halte das 2 bis 4 Wochen durch. Eine Kombination mit Psychotherapie oder digitalen Programmen wie deprexis ist meistens am wirksamsten.
Mittel, die Dopamin-Signale senken oder blockieren, werden Neuroleptika oder Antipsychotika genannt. Sie kommen zum Einsatz, wenn ein Dopamin-Überschuss vorliegt (z.B. bei Psychosen oder starker Unruhe) oder manchmal als Zusatz bei Depressionen.
Wenn du Symptome für zu viel Dopamin wie starke Unruhe, Impulsivität oder Schlafprobleme bei dir feststellst, dann:
- Reduziere Reize: Weniger Kaffee, weniger Handy/Bildschirmzeit am Abend, weniger Risikoverhalten.
- Suche Ruhe: Versuche zu meditieren oder nutze Entspannungsübungen
- Ärztliche Abklärung: Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Möglicherweise muss die Dosierung von Medikamenten angepasst werden, die du bereits nimmst.
In Studien traten nach sehr hohen Mengen vereinzelt Kopfschmerzen, Erröten oder Druckgefühl im Gesicht auf – meist aber kurzzeitig. Eine langfristige Schädigung beim Menschen durch die Ernährung ist nicht bekannt.
Natürlich hohe Werte finden sich in gereiftem Käse, Tomatenprodukten, Pilzen, Sojasauce und Fischsauce. Zugesetzte Glutamate stecken oft in Würzmischungen, Chips, Brühwürfeln – einfach auf Angaben zu E 620 bis E 625 auf der Zutatenliste achten.
Es sorgt dafür, dass Nervenzellen Informationen weitergeben und sich Netzwerke anpassen. Ohne Glutamat gäbe es kein Lernen und kein Gedächtnis.
Zugelassen sind u. a. Esketamin (Nasenspray) bei therapieresistenter Depression unter strenger Aufsicht und Memantin bei Alzheimer. Zahlreiche Substanzen werden erforscht, haben aber bislang keine Zulassung.
Noradrenalin schüttet der Körper aus bei Reizen, die Aufmerksamkeit oder eine schnelle Reaktion verlangen. Es arbeitet im sympathischen Stress-System. Nachts, wenn wir ruhen, sinkt die Aktivität stark ab.
Noradrenalin beeinflusst massiv unsere Aufmerksamkeit und Impulskontrolle. Deshalb wirken bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) Medikamente, die gezielt die Noradrenalin-Signalwege modulieren. Die Diagnose und Behandlung von ADHS gehört immer in fachärztliche Hände.
Du kannst dein Noradrenalin-System auf natürliche Weise unterstützen:
- Regelmäßige Bewegung
- Morgenlicht
- Stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus
Diese Maßnahmen helfen, Symptome zu lindern, ersetzen aber keine professionelle Behandlung. Wichtig: Wenn du merkst, dass die Alltagstipps nicht ausreichen oder die Symptome dich stark belasten, hole dir fachärztliche Hilfe.
Ursachen wirken langfristig, meist im Hintergrund und umfassen Kindheitserfahrungen, anhaltenden Stress und persönliche Merkmale. Auslöser markieren den unmittelbaren Anlass, der eine Depression in Gang setzt. Sie reichen von Verlusten bis zu großen Lebensveränderungen. Beide Ebenen spielen zusammen, und beide Ebenen verdienen Beachtung.
Ja, und diese Tatsache überrascht viele Menschen. Gehirn, Körper und Umfeld verändern sich ständig, und die Mischung kann jederzeit kippen. Suche dir Hilfe, wenn sich Stimmung, Antrieb oder Schlaf deutlich verschlechtern. Warte nicht auf einen großen Grund.
Schuldgefühle sind typisch bei Depressionen, obwohl sie nicht zur Realität der Erkrankung passen: Niemand hat Schuld! Sprich bitte freundlich mit dir und ersetze harte Sätze durch realistische Gedanken wie „Ich mache heute einen machbaren Schritt“. Suche Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner und bleib in Kontakt mit deiner Familie und deinen Freund:innen.
Du kannst dein Noradrenalin-System auf natürliche Weise unterstützen:
- Regelmäßige Bewegung
- Morgenlicht
- Stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus
Diese Maßnahmen helfen, Symptome zu lindern, ersetzen aber keine professionelle Behandlung. Wichtig: Wenn du merkst, dass die Alltagstipps nicht ausreichen oder die Symptome dich stark belasten, hole dir fachärztliche Hilfe.
Symptome & Anzeichen
Sich zurückziehen ist ein häufiges Symptom einer Depression. Viele Betroffene fühlen sich erschöpft, innerlich leer oder von sozialen Situationen überfordert. Treffen mit Freund:innen oder Familie können plötzlich anstrengend wirken, und manche entwickeln das Gefühl, lieber allein sein zu wollen bei Depression. Gleichzeitig bleibt das Bedürfnis nach Nähe oft bestehen, auch wenn der Kontakt schwerfällt.
Wenn soziale Kontakte über längere Zeit ausbleiben, kann sich eine Einsamkeit bei Depression verstärken. Betroffene fühlen sich zunehmend isoliert, das Selbstwertgefühl sinkt und Gefühle von Hoffnungslosigkeit nehmen zu. Dadurch kann ein Kreislauf entstehen, in dem Einsamkeit und depressive Symptome sich gegenseitig verstärken.
Der Weg aus der Isolation gelingt meist in kleinen Schritten. Kurze Gespräche, gemeinsame Spaziergänge oder regelmäßige Aktivitäten können helfen, eine Isolation bei Depression langsam zu durchbrechen. Zusätzlich kann professionelle Unterstützung – etwa durch Therapie, Beratungsangebote oder digitale Programme – dabei helfen, wieder mehr Verbindung und Stabilität im Alltag zu finden.
Achte auf Dauer, Tiefe und Anzahl der Beschwerden. Hält sehr gedrückte Stimmung oder wenig Freude über mindestens zwei Wochen an und kommen weitere Punkte wie Schlaf-, Appetit-, Energie- oder Denkstörungen dazu, ist eine Abklärung sinnvoll.
Ja, das kommt vor. Häufig sind Müdigkeit, Kopf- oder Rückenschmerzen ohne erklärenden Befund, Reizdarm-Beschwerden oder Schwindel. Entscheidend ist der Zusammenhang mit Stimmung und Alltagsfunktion.
Bei einem Teil zeigen sich Reizbarkeit, Rückzug, Risiko- oder Suchtverhalten. Das kann die Erkrankung verdecken. Ein offener Austausch und frühe Hilfe erleichtern den Weg in die Behandlung.
Typisch ist die tiefe und gründliche Verarbeitung aller Reize. Das führt zu einer starken Empathie, einem Blick für Details und intensivem Erleben von Kunst und Natur. Es bedeutet aber auch eine schnelle Überforderung bei zu vielen Reizen.
Bei Erwachsenen zeigt es sich oft in einem großen Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe, der Vermeidung von Multitasking, einer starken Reaktion auf Kritik und der Neigung, Situationen sehr lange zu durchdenken.
Auslöser (Trigger) sind alle Formen von Überreizung: laute Geräusche, grelles Licht, starke Gerüche, aber auch emotionaler Stress, Zeitdruck oder Konflikte in Beziehungen.
Hochsensibilität wird nicht ärztlich diagnostiziert, da es keine Krankheit ist. Validierte Fragebögen können eine Orientierung geben (siehe oben). Realistisch abklärbar ist immer eine Depression oder eine Angststörung beim Hausarzt, bei der Hausärztin, einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin. Nur eine fachliche Einschätzung berücksichtigt alle Lebensumstände und Beschwerden.
Formen einer Depression
Eine Wochenbettdepression ist eine depressive Erkrankung, die nach der Geburt auftreten kann. Sie äußert sich durch anhaltende Traurigkeit, innere Leere, Erschöpfung, Schuldgefühle, Angst, Reizbarkeit, Rückzug oder sogar Zwangsgedanken gegenüber dem Baby. Anders als der kurzzeitige „Baby Blues“ dauert sie länger und verschwindet meist nicht von selbst.
Die Ursachen sind meist vielschichtig. Hormonelle Veränderungen nach der Geburt, Schlafmangel, körperliche Erschöpfung und emotionale Überforderung spielen eine Rolle. Auch psychische Vorerkrankungen, fehlende Unterstützung im Alltag oder hohe gesellschaftliche Erwartungen können das Risiko erhöhen.
Frühzeitige Unterstützung ist entscheidend. Sie kann aus psychotherapeutischen Gesprächen, gegebenenfalls medikamentöser Behandlung, praktischer Hilfe im Alltag oder dem Austausch in Selbsthilfegruppen bestehen.
Eine Depression kann aus verschiedenen Gründen immer wiederkehren. Häufig spielen genetische Veranlagung, neurobiologische Ungleichgewichte im Gehirn sowie belastende Lebenssituationen eine Rolle. Stress, Schlafmangel, Überforderung oder fehlende Unterstützung im Alltag können depressive Episoden zusätzlich begünstigen.
Rückfälle lassen sich durch gezielte Strategien reduzieren. Dazu gehören regelmäßige Therapie, eine stabile Tagesstruktur, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung und körperliche Bewegung. Stressbewältigung, Achtsamkeitsübungen oder Entspannungstechniken helfen ebenfalls, die Symptome frühzeitig zu erkennen. Wer Warnsignale wahrnimmt und rechtzeitig reagiert, kann die Intensität einer erneuten Episode oft deutlich abmildern.
Bei einer rezidivierenden Depression kann eine Kombination aus professioneller Unterstützung, Selbstfürsorge und stabilisierenden Routinen helfen. Psychotherapie oder medikamentöse Behandlung können die Symptome kontrollieren.
Die hochfunktionale Depression unterscheidet sich vor allem durch ihr äußeres Erscheinungsbild von einer klassischen Depression. Während klassische Depressionen häufig durch Antriebslosigkeit, Rückzug, Interessenverlust und deutlich sichtbare Stimmungseinbrüche auffallen, wirken Menschen mit hochfunktionaler Depression nach außen stabil. Sie gehen zur Arbeit, treffen Freund:innen, treiben Sport und scheinen leistungsfähig. Diese Fassade des Funktionierens kann über Jahre aufrechterhalten werden, was die Diagnose und Behandlung erschwert.
Symptome einer hochfunktionalen Depression sind oft subtil und werden leicht übersehen. Typisch sind:
- Tiefe innere Erschöpfung trotz äußerer Aktivität
- Übermäßige Selbstkritik und Perfektionismus
- Ständiges Grübeln und Sorgen über die eigene Leistung oder Wirkung auf andere
- Reizbarkeit, innere Anspannung oder unerklärliche Wut
- Schlafprobleme, Muskelverspannungen, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden
Betroffene neigen dazu, ihre Gefühle zu kontrollieren, Hilfe zu vermeiden und sich über Arbeit, Social Media oder Sport abzulenken. Die Symptome sind daher oft für das Umfeld kaum sichtbar.
Die Behandlung einer hochfunktionalen Depression erfolgt meist durch eine Kombination aus professioneller psychotherapeutischer Unterstützung, Selbstfürsorge und gegebenenfalls medikamentöser Stabilisierung. Frühzeitige Hilfe ist entscheidend, weil die hochfunktionale Depression oft lange verborgen bleibt und Betroffene unter großem inneren Druck leiden. Es ist wichtig, auch verborgene Formen einer Depression sichtbar zu machen.
PMDS ist die schwerwiegendere Form des prämenstruellen Syndroms. Die Symptome sind intensiver, können den Alltag deutlich einschränken und führen häufig zu starker psychischer Belastung, ähnlich wie eine Depression vor der Periode. PMS ist meist leichter und gut handhabbar, während PMDS oft eine medizinische oder therapeutische Behandlung erfordern.
Im Gegensatz zu einer klassischen Depression ist PMDS zyklusabhängig. Die Beschwerden treten typischerweise 1–2 Wochen vor der Periode auf und klingen nach Beginn der Menstruation ab. Eine Depression hingegen hält länger an und beeinflusst alle Lebensbereiche kontinuierlich.
PMDS kann mit einer Kombination aus medizinischer Behandlung (z. B. Antidepressiva oder Hormontherapie), psychologischer Unterstützung (z. B. kognitive Verhaltenstherapie, Stressmanagement) und Selbstfürsorge (gesunde Ernährung, Bewegung, Zyklus-Tagebuch) behandelt werden.
Der Babyblues startet oft ein paar Tage nach der Geburt und klingt in wenigen Tagen ab. Eine Wochenbettdepression hält an, wird stärker und beeinträchtigt den Alltag. Sie braucht Behandlung.
Die Dauer ist verschieden. Ohne Hilfe kann sie Monate anhalten. Mit einer Therapie hellt sich die Stimmung oft innerhalb von Wochen auf.
Meistens zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Geburt, wenn sich die Hormone stark umstellen.
Wenn deine Stimmung fast täglich gedrückt ist, du das Interesse an allem verlierst, stark müde bist, viel grübelst und dein Schlaf- oder Appetit gestört ist, dann wende dich bitte an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt. Vor allem, wenn diese Anzeichen bereits über zwei Wochen anhalten.
Das ist unterschiedlich. Manche erholen sich in Wochen, andere brauchen Monate. Entscheidend sind die Entlastung, die Behandlung, ein guter Schlaf, soziale Unterstützung und mentales Stressmanagement.
Vorstufen sind oft eine Kombination aus einem übermäßigen Einsatz, dem Verlust der Erholungsfähigkeit (Schlaflosigkeit), Zynismus sowie einem Gefühl der Ineffektivität trotz hohem Aufwand.
Der Winterblues ist kurz und mild. Eine saisonale Depression hält mindestens zwei Wochen an, bremst den Alltag deutlich und kommt in derselben Jahreszeit immer wieder. Wenn du merkst, dass Arbeit, Familie oder Hobbys leiden, lass es ärztlich oder psychotherapeutisch prüfen.
Frust und Sorgen sind normal und kommen in Wellen. Eine Depression bleibt über Wochen, dämpft Freude und Antrieb stark und geht oft mit Schuldgefühlen oder Hoffnungslosigkeit einher. Bitte früh Hilfe holen – das schützt dich und dein Kind.
Ältere Menschen spüren oft körperliche Beschwerden, Schlafprobleme, Gewichtsveränderungen und Rückzug. Das wirkt leicht wie „normales Altern“, ist aber behandelbar. Eine Abklärung lohnt sich – auch im hohen Alter.
Manche Beschwerden klingen ab, andere bleiben. Wenn Niedergeschlagenheit, Antriebsmangel und Alltagsprobleme über Wochen bestehen, kann zusätzlich eine Depression vorliegen. Dann helfen Beratung, Therapie und – wenn nötig – Medikamente.
Das ist sehr unterschiedlich. Viele depressive Episoden klingen mit einer gezielten Behandlung innerhalb von Wochen bis Monaten wieder ab. Ohne Unterstützung können die Beschwerden länger anhalten oder wiederkehren, besonders wenn die Depressionssymptome eng mit Schlafproblemen und Dauerstress verknüpft sind.
Ja, das können sie. Die Hormonumstellung in den Wechseljahren (speziell die starken Schwankungen in der Perimenopause) kann eine vorhandene Anfälligkeit für eine Depression verstärken. Zusammen mit Schlafstörungen und psychosozialen Belastungen entsteht ein „Dreiklang“, der die Entstehung depressiver Episoden begünstigt.
Du kannst selbst aktiv werden: Schaffe dir eine feste Tagesstruktur, halte feste Schlafzeiten ein, versuche am Vormittag viel Licht – zum Beispiel durch kurze Spaziergänge – zu bekommen, bewege dich regelmäßig und pflege deine sozialen Kontakte. Plane kleine, freudige Aktivitäten ein, um den Antrieb zu stärken – und hol dir bei Bedarf professionelle Hilfe.
Ja, einige Mittel können die Stimmung drücken. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Blutdrucksenker, Schlafmittel oder Schmerzmittel. Ärzt:innen prüfen die Liste und passen sie an.
Bei Depression schwanken Konzentration und Gedächtnis. Es gibt Tage, an denen es besser klappt. Bei Demenz nimmt die Denkleistung langsam, aber stetig ab. Verlegen von Gegenständen, Verirren auf vertrauten Wegen und Orientierungsprobleme häufen sich.
Ja. Gespräche, Aktivierung, Bewegung und – sorgfältig gewählt – Medikamente wirken auch im hohen Alter. Ziele und Dosis werden an den Menschen, die Krankheiten und die Lebenslage angepasst.
Typisch sind starke Erschöpfung, innere Distanz zur Arbeit – man wird zynisch oder taub – und Leistungsabfall. Häufig kommen Schlafprobleme, Reizbarkeit und das Gefühl von Überforderung dazu. Wichtig: Tritt eine anhaltende Niedergeschlagenheit unabhängig vom Job hinzu, sollte eine Depression abgeklärt werden.
Erschöpfung beschreibt einen Zustand – Burnout ist eine berufsbezogene Form davon und hat die oben genannten Merkmale: Erschöpfung, Zynismus und Leistungsabfall. Bei anhaltender Erschöpfung ohne klare Stressquelle sollte eine Depression oder körperliche Ursache geprüft werden.
Das ist sehr unterschiedlich. Burnout bessert sich mit Entlastung oft in Wochen bis wenigen Monaten. Eine Depression kann – je nach Schwere – mehrere Monate dauern. Eine Frühbehandlung verkürzt die Dauer.
Nein. Depressionen bei Eltern belasten, aber Kinder werden nicht automatisch krank. Entscheidend ist, dass du Hilfe annimmst, offen sprichst und Schutzfaktoren stärkst: verlässliche Beziehungen, klare Strukturen, Erfolgserlebnisse.
Sprich deine Beobachtungen ruhig an und biete konkrete Unterstützung an. Setze klare Grenzen bei Alkohol, Aggression oder Beschimpfungen. Du darfst Dir selbst Hilfe holen – auch ohne Zustimmung des Partners.
Erkläre ehrlich, aber altersgerecht. Kinder brauchen keine Details zu Diagnosen oder Medikamenten. Wichtig sind die Kernaussagen: „Ich bin krank. Es heißt Depression. Du bist nicht schuld. Ich bekomme Hilfe.“ So entsteht Sicherheit.
Entscheidend sind Dauer und Auswirkung: Wenn eine gedrückte Stimmung über Wochen anhält, die Freude verschwindet, Kontakte abbrechen und die Leistung sinkt, handelt es sich um mehr als Pubertät. Weitere Warnzeichen sind Schlaf- und Appetitveränderungen, häufige körperliche Beschwerden sowie Selbstabwertung.
Selten gibt es eine Ursache. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen: genetische Veranlagung, belastende Ereignisse, Mobbing, Konflikte, chronischer Stress, körperliche Erkrankungen und Schlafmangel. Schutzfaktoren wie verlässliche Beziehungen, Bewegung, geregelter Schlaf und sinnstiftende Aktivitäten wirken entgegen.
Bewährte Verfahren sind KVT und IPT-A. Viele Jugendliche spüren nach einigen Wochen erste Entlastung; insgesamt läuft die Therapie über Monate. Bei mittelgradigen bis schweren Verläufen kann ein Antidepressivum – meist Fluoxetin – zusätzlich helfen. Entscheidungen zu Dosis und Dauer trifft die ärztliche Praxis gemeinsam mit Jugendlichen und Eltern. Rückfallprophylaxe und Nachsorge gehören dazu.
Wenn Traurigkeit, innere Leere oder Reizbarkeit über Wochen anhalten, Freude fehlt und Schule, Freundschaften oder Familie stark leiden, sprechen Fachleute von einer Depression. Das gilt, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind. Bitte lass das prüfen.
Weltweit sind Depressionen bei Jugendlichen nicht selten. Bei den 10- bis 14-Jährigen liegt die Häufigkeit bei rund 1 bis 2 Prozent, bei 15- bis 19-Jährigen bei etwa 3 bis 4 Prozent. Zahlen schwanken je nach Studie.
Bitte die Klassenleitung um ein Gespräch. Schildere kurz die Lage, vereinbare Entlastungen und feste Ansprechpartner. Ziel ist die volle Teilhabe des Kindes trotz Krankheit. Das ist ein wichtiger Baustein der Behandlung.
Nimm das ernst und sorge zuerst für Sicherheit. Bleib beim Kind. Danach sprich mit deinem Kinderarzt, deiner Kinderärztin oder dem Therapeuten über einen Schutzplan.
Ja, Studieren mit Depressionen ist möglich, wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Du brauchst die Unterstützung deiner Ärztin oder deines Arztes, einer Psychotherapeutin oder eines Psychotherapeuten und solltest deine formalen Rechte auf den Nachteilsausgleich, das Urlaubssemester und weitere Erleichterungen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus kann dich eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) wie deprexis tagtäglich sehr gut begleiten und mit Übungen und Inspirationen unterstützen.
In der Regel untersucht, entscheidet und bescheinigt das eine Ärztin oder ein Arzt. Diese Bescheinigung in Form eines Attests, reichst du dann beim Prüfungsamt ein, das dann final über die Prüfungsunfähigkeit entscheidet.
Der Nachteilsausgleich soll dir leichtere Rahmenbedingungen schaffen. Das kann eine Zeitverlängerung, einen Einzelraum, zusätzliche Pausen, die Erlaubnis zur Nutzung technischer Hilfsmittel oder alternative Prüfungsformen umfassen – aber niemals eine Reduktion der Anforderungen.
Viele ziehen sich zurück, reagieren gereizt und arbeiten noch mehr, um Brüche zu verdecken. Manche greifen häufiger zu Alkohol oder riskieren mehr im Verkehr. Außen wirkt das hart, innen herrscht Not. Das ist keine Charaktersache, sondern eine Erkrankung, die Hilfe braucht. Je früher die Abklärung erfolgt, desto besser.
Sie werten sich ab, erwarten das Schlimmste und sehen kaum Auswege. Das Denken kreist. Hilfreich sind kleine Schritte: Gedanken aufschreiben, prüfen, Gegenbelege suchen, den nächsten Tag planen. Wenn mehrere Anzeichen länger als zwei Wochen bestehen, sprich mit dem Hausarzt oder der Hausärztin.
Wut kann ein Zeichen tiefer Ohnmacht sein. Viele Männer wehren Angst und Scham ab. Daraus kann Streit entstehen. Manchmal ziehen sich Männer mit Depressionen auch ganz zurück.
Nein. Medikamente in Form von Antidepressiva können zur Behandlung einer Depression sinnvoll sein, wenn sie mit einer Psychotherapie kombiniert werden. Persönlichkeitsmuster ändern sie jedoch nicht. Darum ist bei einer depressiven Persönlichkeitsstörung eine Therapie unverzichtbar.
Betroffene sollten niemals versuchen, sich zusammenzureißen. Das ist nicht hilfreich. Auch sollten sie keine Entscheidungen aus dem Bauch heraus treffen, weil Depressionen zu gestörten Wahrnehmungen führen können. Wichtig ist: Professionelle Hilfe suchen!
Behandlung & Therapie
In einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit einer Depression treffen sich Betroffene, um sich offen über ihre Erfahrungen, Gefühle und Bewältigungsstrategien auszutauschen. Es geht nicht um Therapie, sondern um gegenseitige Unterstützung, Verständnis und Motivation.
Nein, eine Selbsthilfegruppe für Depressionen ersetzt keine professionelle Behandlung. Sie ergänzt sie jedoch sinnvoll, indem sie emotionale Stabilität, Zugehörigkeit, neue Perspektiven und Tagesstruktur vermittelt.
Selbsthilfegruppen findest du über die NAKOS-Datenbank, die Deutsche Depressionsliga, lokale Gesundheitsämter oder Online-Plattformen. Viele Gruppen bieten inzwischen auch digitale Treffen an, um den Einstieg zu erleichtern.
Bleib in Kontakt mit deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin. Nutze kleine Schritte im Alltag, Bewegung und feste Zeiten. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können überbrücken und ergänzen.
Dann wird der Plan gemeinsam mit deinem Arzt, deiner Ärztin oder Therapeut:in angepasst. Es gibt klare Schritte, etwa Wechsel, Kombi oder ergänzende Verfahren.
Beides wirkt. Oft ist die Verbindung beider Wege am stärksten, vor allem bei mittleren bis schweren Beschwerden. Entscheidend sind deine Ziele und was für dich passt.
Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, brauchst du für die kostenlose Nutzung einer zugelassenen DiGA ein Rezept von einem Arzt, einer Ärztin oder Therapeut:in. Mit dem Rezept bekommst du von der gesetzlichen Krankenkasse einen Freischaltcode und kannst dann sofort loslegen. Bist du privat versichert, legst du mit der DiGA sofort los und beantragst bei der privaten Krankenversicherung die Erstattung.
Es gibt nicht das stärkste Mittel. Einige Mittel bessern die Stimmung und den Antrieb, andere beruhigen und fördern den Schlaf. Die Wahl wird immer individuell getroffen.
Die Wirkung von Johanniskraut ist am besten untersucht und belegt. Bitte vorher über mögliche Wechselwirkungen informieren.
Oft vorne: Sertralin, Citalopram/Escitalopram, Fluoxetin (SSRI) und Venlafaxin (SNRI). Das variiert je nach Land und Jahr.
Häufig wird in so einem Fall Mirtazapin verschrieben. Es macht müde, kann aber den Appetit steigern.
Wähle eine flimmerfreie 10.000-Lux-Lichtbox mit UV-Filter mit einer großen Leuchtfläche und einer sicheren Halterung. Achte auf die Angaben zum Sitzabstand und auf eine Timer-Funktion.
Bei der saisonalen Depression ist die Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen. Bei allen nicht-saisonalen Depressionen ist sie kleiner.
Ja, die meisten Menschen nutzen Lichtboxen zu Hause – direkt nach dem Aufwachen.
Homöopathie ist ungeeignet. Der Begriff Allopathie wird manchmal für die klassische Schulmedizin verwendet. Diese empfiehlt bei Depressionen eine Psychotherapie in Form der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) verbunden mit aktiver Selbsthilfe, bei der zum Beispiel eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) wie deprexis helfen kann. Bei mittleren und schweren Depressionen wird häufig ein Antidepressiva ergänzt. Es kann aber alternativ auch ein pflanzliches Mittel eingenommen werden, wenn im individuellen Fall nichts dagegen spricht.
Wenn du ein Mittel gegen Depressionen (ohne Johanniskraut) suchst, dann kommen Safran und Rhodiola in Frage – weitere Informationen zu diesen Pflanzen findest du oben.
Nein. Für Homöopathie gibt es bei Depressionen keinen belastbaren Nachweis zur Wirksamkeit.
Die Bausteine sind ähnlich. Bei chronischen Verläufen werden Therapien häufiger kombiniert, früher angepasst und länger fortgeführt. Nach der Besserung folgt eine längere Vorbeugung.
Ja. Auch nach vielen Jahren sind stabile Besserungen und oft Beschwerdefreiheit möglich. Entscheidend sind eine passende Gesprächstherapie, der überlegte Einsatz von Antidepressiva und eine lange genug geführte Erhaltungstherapie. Wenn ein Weg nicht hilft, wird systematisch gewechselt oder ergänzt – das erhöht die Chancen.
Sie geben Halt, helfen beim Dranbleiben und erkennen Rückfallzeichen. Kurze, regelmäßige Kontakte sind wertvoller als große Aktionen.
Dauerhafte Schäden sind sehr selten. Nebenwirkungen, die lange anhalten können – aber nicht für immer –, sind eine Gewichtszunahme, sexuelle Funktionsstörungen wie eine verringerte Libido, eine verzögerte Ejakulation oder Orgasmusprobleme sowie ein erhöhter Blutdruck.
Typisch für Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sind Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafveränderungen, Unruhe und teilweise auch sexuelle Funktionsstörungen. Meist bessern sich diese Beschwerden nach den ersten Wochen.
Eine allgemeine „Bestenliste“ gibt es nicht, da die Verträglichkeit sehr individuell ist. In die Entscheidung für ein Medikament fließen vor allem die gewünschten Wirkungen wie z.B. dämpfend oder aktivierend sowie unerwünschte Nebenwirkungen ein.
Ja, die Krankenkassen übernehmen zugelassene ambulante Psychotherapien in den etablierten Verfahren wie KVT, psychodynamische (tiefenpsychologisch/analytisch) und systemische Verfahren.
Ärztliche Psychotherapeut:innen sind Mediziner:innen mit einer therapeutischen Weiterbildung. Ihr entscheidender Vorteil: Sie dürfen bei Bedarf Medikamente verordnen. Psychologische Psychotherapeut:innen sind approbierte Psycholog:innen mit einer mehrjährigen Ausbildung im jeweiligen Verfahren. Sie führen Gesprächstherapien durch, dürfen jedoch keine Medikamente verschreiben. Beide Berufsgruppen bieten Kassenleistungen an, sofern sie eine Zulassung besitzen.
Für gesetzlich Versicherte entstehen in der ambulanten Psychotherapie in der Regel keine Zuzahlungen. Privat Versicherte und Selbstzahler:innen zahlen nach den offiziellen Gebührenordnungen. Die Sätze variieren je nach Rahmenvertrag, Region und Leistung. Bitte erfrage das Honorar in der Praxis.
Leben mit Depression
Das ist eine Entscheidung, die du am besten gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprichst und triffst. Die Arbeit kann Struktur und soziale Kontakte geben und damit guttun. Aber nur, wenn die Belastung nicht zu hoch und kontrollierbar ist.
Das ist individuell sehr verschieden und hängt von der Schwere und dem Verlauf ab. Wichtig ist, dass die Arbeitsunfähigkeit (AU) ärztlich geklärt wird. Nach längerer AU hilft die stufenweise Wiedereingliederung für einen erfolgreichen Neustart im Job.
Das ist sehr herausfordernd, aber möglich – wenn die Rahmenbedingungen gut sind. Dies kann eine dauerhafte Teilzeitlösung, eine Reduzierung der Aufgaben oder andere Entlastungen erfordern.
Nein. Es gibt keine Pflicht zur Offenlegung der Diagnose. Sprich über deine Bedürfnisse („klare Prioritäten“, „flexible Pausen“) statt die Diagnose preiszugeben. Dokumentiere die Absprachen immer schriftlich.
Nutze immer Ich-Sätze und biete deinem Gegenüber immer eine Alternative an, was er oder sie stattdessen tun kann. Zum Beispiel: “Wenn du sagst “Reiß dich zusammen!", verletzt mich das. Bitte frag stattdessen, was mir im Moment hilft.“ So setzt du eine klare Grenze und hältst trotzdem die Verbindung.
Menschen mit Depressionen reagieren oft empfindlich auf bestimmte sprachliche und soziale Trigger. Dazu gehören Bagatellisierung („Ist doch nicht so schlimm“), unnötiger Druck oder schnelle, unpassende Ratschläge. Ein respektvoller Umgang meidet diese Trigger und fragt stattdessen nach den aktuellen Bedürfnissen.
Phasen der Lustlosigkeit oder fehlendes Interesse an Berührungen sind häufige Folgen einer Depression. Tauscht euch dann ehrlich und ohne Druck darüber aus, das entlastet: „Ich habe dich lieb, Nähe darf gerade anders aussehen.“ Plant Zärtlichkeit ohne Ziel, vereinbart ruhige Zeitfenster und reduziert weiteren Stress. Auch eine Paarberatung kann helfen, Missverständnisse abzufangen.
Ähnliche Symptome wie bei einer Depression können bei einer Schilddrüsenstörung, bei Eisenmangel, einer Schlafapnoe, bei chronischen Schmerzen, bei Nebenwirkungen von Medikamenten oder schweren Belastungen auftreten. Zur Abklärung bedarf es dann immer einem medizinischen Check. Hausärzt:innen machen die Untersuchung, schicken Blut ins Labor oder überweisen an Facharztpraxen.
Gemeint ist meist das „Beck-Depressions-Inventar“ (BDI-II), ein psychologisches Testverfahren, das mit Hilfe von 21 Testaussagen depressive Symptome erfasst. Dieser Fragebogen ist aber kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose. Online-Selbsttests können Orientierung geben, ersetzen jedoch nicht die Bewertung durch Fachleute. Wende dich am besten an deine Hausarztpraxis.
Das Risiko hängt von mehreren Faktoren ab: Anzahl früherer Episoden, verbleibende Symptome, Stress, Unterstützung und Behandlungstreue. Bei wiederkehrender Depression empfehlen Ärzt:innen eine längerfristige Stabilisierung durch Psychotherapie und bei Bedarf Medikamente.
Blicke auf deine letzte Episode zurück. Welche Anzeichen kamen zuerst? Halte sie in einer Liste fest. Bitte zwei Vertrauenspersonen, dich bei Veränderungen darauf anzusprechen.
Ja: Studien belegen eine deutliche Wirkung. Du lernst, Grübelschleifen früh zu stoppen und insgesamt freundlicher mit dir umzugehen.
Der Grad der Behinderung (GdB) hängt davon ab, wie stark die Depression das tägliche Leben einschränkt. Er kann zwischen 20 und 100 liegen – von leichten Beeinträchtigungen bis hin zu schwersten Einschränkungen. Es geht dabei nicht um ein „Etikett“, sondern darum, spürbare Unterstützung im Alltag zu bekommen. Orientierung bieten Tabellen über den offiziellen Grad der Behinderung bei Depression, in denen aufgeführt ist, welche Werte bei welcher Einschränkung vergeben werden.
Wer bei einer Depression einen GdB von 50 oder mehr hat, wird rechtlich als schwerbehindert anerkannt. Das bedeutet, dass du zusätzliche Schutzrechte am Arbeitsplatz und finanzielle Entlastungen nutzen kannst, z.B. einen besonderen Kündigungsschutz oder weitere Urlaubstage.
Ja, neben den Vorteilen gibt es auch mögliche Nachteile. Der bürokratische Aufwand kann zeitintensiv und emotional belastend sein, da ärztliche Unterlagen erforderlich sind. Da Depressionen oft unsichtbar sind, stoßen Betroffene zudem manchmal auf Unverständnis oder Vorurteile. Auch die Privatsphäre spielt eine Rolle, denn bei der Nutzung von Nachteilsausgleichen wird die Schwerbehinderung bei Depression teilweise sichtbar.
Am häufigsten genannt werden ein Leistungsdruck, eine Zukunftsangst, eine finanzielle Unsicherheit, Einsamkeit und ein schlechter Schlaf.
Als Faustregel gilt: Wenn du zwischen 1980 und 1995 geboren bist, gehörst du zur Generation Z. Bist du zwischen 1995 bis 2010 geboren, gehörst du zur Generation Z.
Die Einteilung in Generation X (ca. 1965–1980), Y (ca. 1980–1995) und Z (ca. 1995–2010) folgt grob den gesellschaftlichen Einflüssen auf das Erwachsenwerden in diesen Zeiten. Die Generation X erlebte die Digitalisierung erst sukzessive im Erwachsenenalter. Die Generation Y erlebte den Internet-Aufbruch schon sehr viel intensiver. Und die Generation Z wuchs selbstverständlich digital auf.
Du musst den Depressionen-Rentenantrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen, alle ärztlichen Unterlagen einreichen, deine Einschränkungen detailliert schildern und die Schweigepflichtentbindungen erteilen. Unterstützung findest du bei der DRV, dem VdK/SoVD oder Rentenberater:innen. Details siehe oben.
In diesem Fall kannst du binnen eines Monats Widerspruch einlegen, eine Begründung nachreichen, das Gutachten prüfen und neue Befunde und Alltagsschilderungen einreichen.
Das ist sehr unterschiedlich und kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Zwar gibt es keine gesetzlich festgeschriebene Entscheidungsfrist, aber die DRV muss in einer „angemessenen Zeit“ entscheiden.
Selbsthilfe & Strategien
Ein überreiztes Nervensystem zeigt sich oft durch innere Unruhe, Reizbarkeit, Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten. Viele Betroffene fühlen sich dauerhaft „unter Strom“, können schlecht abschalten und reagieren empfindlich auf Geräusche oder Stress. Auch körperliche Symptome wie Verspannungen, Magenbeschwerden oder Herzklopfen sind häufig. Wenn diese Anzeichen über Wochen anhalten, ist das ein Hinweis darauf, dass der Sympathikus zu aktiv ist und dein Körper zu wenig Erholung bekommt.
Das vegetative Nervensystem lässt sich mit gezielten Techniken regulieren, die den Parasympathikus aktivieren – also jenen Teil, der für Entspannung zuständig ist. Dazu gehören regelmäßige Atemübungen, sanfte Bewegung, Achtsamkeit und ausreichender Schlaf. Auch soziale Nähe, Naturerlebnisse und Selbstfürsorge wirken ausgleichend. Wenn du dein Nervensystem beruhigen möchtest, sind kleine, aber regelmäßige Schritte entscheidend. So lernt dein Körper langfristig, schneller zur Ruhe zu finden.
Wenn du das Gefühl hast, dauerhaft angespannt oder erschöpft zu sein, kann professionelle Unterstützung helfen. Therapeutische Ansätze – etwa kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeitstraining oder digitale Programme wie deprexis – können dich dabei unterstützen, Stressreaktionen zu verstehen und dein Nervensystem zu regulieren. Auch der Aufbau gesunder Routinen, regelmäßige Pausen und bewusste Entschleunigung sind wichtige Bausteine, um überreizte Nerven zu beruhigen.
Bewegung kann die psychische Gesundheit stärken, weil sie Glückshormone freisetzt, Stress reduziert, den Schlaf verbessert, das Selbstwertgefühl stärkt und mehr Struktur in den Alltag bringen kann. Außerdem können gemeinsame Aktivitäten soziale Kontakte fördern.
Es gibt nicht die eine beste Sportart. Wichtig ist, dass die Bewegung gut tut, machbar ist und Spaß macht. Besonders geeignet sind oft Spazierengehen, Yoga, Stretching, Tanzen, Radfahren, Schwimmen oder auch kleine Alltagsbewegungen wie Treppensteigen oder kurze Wege zu Fuß.
Am besten beginnt man mit kleinen Schritten, zum Beispiel 5–10 Minuten Bewegung am Tag. Hilfreich sind außerdem feste Routinen, Verabredungen mit anderen, das bewusste Wahrnehmen kleiner Erfolge und eine Bewegungsform, die Freude macht und nicht überfordert.
Kein frei verkäufliches Mittel kann eine schwere oder mittelschwere Depression zuverlässig lindern. Johanniskraut kann bei leichten depressiven Episoden helfen, hat aber ein hohes Risiko für Wechselwirkungen, zum Beispiel mit der Antibabypille oder Blutverdünnern. Schlafmittel aus der Apotheke sind höchstens als kurzfristige Überbrückung gedacht.
Das ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) gelten insgesamt als gut verträglich, verursachen aber häufiger sexuelle Störungen. NaSSA (Noradrenerge und spezifisch-serotonerge Antidepressiva) fördern den Schlaf, können aber zu Gewichtszunahme führen. SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) sind wirksam, können aber den Blutdruck leicht steigern. Sprich über deine Prioritäten und probiere ein geeignetes Mittel in Ruhe aus.
Gefährlich sind vor allem Kombinationen, die den Serotoninspiegel zu stark erhöhen, etwa einige Medikamente gegen Migräne oder die gleichzeitige Einnahme mehrerer Antidepressiva. Auch die Kombination von Ibuprofen mit SSRI erhöht das Blutungsrisiko im Magen-Darm-Trakt. Frage bei jedem neuen Rezept oder auch bei rezeptfreien Mitteln immer beim Arzt oder in der Apotheke nach möglichen Wechselwirkungen.
Ein überreiztes Nervensystem zeigt sich oft durch innere Unruhe, Reizbarkeit, Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten. Viele Betroffene fühlen sich dauerhaft „unter Strom“, können schlecht abschalten und reagieren empfindlich auf Geräusche oder Stress. Auch körperliche Symptome wie Verspannungen, Magenbeschwerden oder Herzklopfen sind häufig. Wenn diese Anzeichen über Wochen anhalten, ist das ein Hinweis darauf, dass der Sympathikus zu aktiv ist und dein Körper zu wenig Erholung bekommt.
Das vegetative Nervensystem lässt sich mit gezielten Techniken regulieren, die den Parasympathikus aktivieren – also jenen Teil, der für Entspannung zuständig ist. Dazu gehören regelmäßige Atemübungen, sanfte Bewegung, Achtsamkeit und ausreichender Schlaf. Auch soziale Nähe, Naturerlebnisse und Selbstfürsorge wirken ausgleichend. Wenn du dein Nervensystem beruhigen möchtest, sind kleine, aber regelmäßige Schritte entscheidend. So lernt dein Körper langfristig, schneller zur Ruhe zu finden.
Wenn du das Gefühl hast, dauerhaft angespannt oder erschöpft zu sein, kann professionelle Unterstützung helfen. Therapeutische Ansätze – etwa kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeitstraining oder digitale Programme wie deprexis – können dich dabei unterstützen, Stressreaktionen zu verstehen und dein Nervensystem zu regulieren. Auch der Aufbau gesunder Routinen, regelmäßige Pausen und bewusste Entschleunigung sind wichtige Bausteine, um überreizte Nerven zu beruhigen.
Nein, in der Regel nicht. Ein Therapiehund ist ein geprüfter Arbeitshund, der im Team mit einer ausgebildeten Fachkraft (z. B. Therapeut:in, Pädagog:in) in Kliniken oder Praxen eingesetzt wird. Für den privaten Alltag schaffst du dir einen normalen Hund an. Dieser wird zwar nicht offiziell als Therapiehund anerkannt, kann dir aber durch seine Anwesenheit enorm helfen.
Dein privater Begleithund braucht keine Zertifizierung. Er braucht aber zwingend eine Grundausbildung in einer Hundeschule. Dort lernt ihr beide, wie ihr sicher und souverän im Alltag agiert und wie der Hund zur Ruhe kommt. Seine Gehorsamkeit ist essenziell, damit der Hund dich im Alltag entlastet und nicht zusätzlich stresst.
Nein, die Krankenkasse übernimmt die Kosten für einen privaten Begleithund zur emotionalen Unterstützung nicht.
Die Sicherheit geht immer vor: Bei akuter Gefahr für dich oder andere steht der Notruf unter 112 immer zur Verfügung. Darüber hinaus bietet die TelefonSeelsorge kostenfrei und anonym Hilfe rund um die Uhr an. Du erreichst sie unter den Nummern 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder der europaweiten Nummer 116 123. Eine Beratung ist dort auch online möglich. Lokale Krisendienste und weitere Beratungsstellen, die dir rasch zur Seite stehen können, findest du über die Stiftung Deutsche Depressionshilfe.
An depressiven Tagen, an denen jede Handlung große Überwindung kostet, solltest du deinen Plan radikal auf drei kleine Schritte verkürzen: Aufstehen, Waschen, für 10 Minuten Licht sorgen und dann 10 Minuten nach draußen gehen. Danach solltest du ein kleines Essen zu dir nehmen und den Kontakt zu einer Freundin, einem Freund oder Familienmitglied suchen. Jeder Schritt zählt. Das A und O ist, die Latte extrem niedrig zu setzen.
Wähle Ablenkungen, die dich nicht überfordern. Geeignet sind beispielsweise eine warme Dusche, das Hören von Musik oder einem beruhigenden Podcast, eine leichte Haushaltstätigkeit oder das Verweilen im Garten oder auf dem Balkon. Es ist wichtig, Überreizung zu vermeiden.
Ja, Studieren mit Depressionen ist möglich, wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Du brauchst die Unterstützung deiner Ärztin oder deines Arztes, einer Psychotherapeutin oder eines Psychotherapeuten und solltest deine formalen Rechte auf den Nachteilsausgleich, das Urlaubssemester und weitere Erleichterungen in Anspruch nehmen. Darüber hinaus kann dich eine Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) wie deprexis tagtäglich sehr gut begleiten und mit Übungen und Inspirationen unterstützen.
In der Regel untersucht, entscheidet und bescheinigt das eine Ärztin oder ein Arzt. Diese Bescheinigung in Form eines Attests, reichst du dann beim Prüfungsamt ein, das dann final über die Prüfungsunfähigkeit entscheidet.
Der Nachteilsausgleich soll dir leichtere Rahmenbedingungen schaffen. Das kann eine Zeitverlängerung, einen Einzelraum, zusätzliche Pausen, die Erlaubnis zur Nutzung technischer Hilfsmittel oder alternative Prüfungsformen umfassen – aber niemals eine Reduktion der Anforderungen.
Viele Menschen erleben auch bei Ängsten Entlastung durch eine kreative Tätigkeit.
Das kann passieren. Lege das Bild sofort beiseite. Beende den Prozess bewusst und tue etwas, das dir guttut.
Für den Alltag eignen sich der Atem-Anker, die 5-Sinne-Übung und der 3-Minuten-Atemraum. Diese Achtsamkeitsübungen brauchen kein Zubehör und passen in Minipausen – egal ob unterwegs, im Büro oder zu Hause.
Morgens ist der Body-Scan im Bett oder das Zählen von zehn Ausatmungen eine gute Routine. Am Arbeitsplatz helfen Mini-Body-Scans im Sitzen, das Sinkenlassen der Schultern und der 3-Minuten-Atemraum – alle Anleitungen siehe oben.
Achtsamkeitübungen ersetzen keine Psychotherapie, die zur Behandlung einer Depression zentral ist. Sie können jedoch nachweislich Rückfälle bei einer wiederkehrenden Depression reduzieren und eignen sich als Ergänzung.
Nein, das ist ein Missverständnis. Achtsamkeit ist ein extrem wichtiges Werkzeug in deinem Resilienz-Training, weil es dir hilft, den Moment zu erkennen und dich zu beruhigen. Resilienz hingegen ist der übergeordnete Prozess der erfolgreichen Anpassung und Erholung nach einer Belastung und die Widerstandskraft selbst. Achtsamkeit ist also ein starker Teil von Resilienz, aber nicht das Ganze.
Die gute Nachricht: Viele Menschen spüren bereits nach zwei bis vier Wochen täglicher, kurzer Übungseinheiten erste positive Effekte. Das äußert sich in einer besseren Selbstwahrnehmung, einem stärkeren Gefühl der Handlungsfähigkeit und oft auch einem ruhigeren Schlaf. Die wissenschaftlichen Analysen belegen zwar nur kleine bis mittlere Effekte, aber es ist die Regelmäßigkeit des Übens, die letztendlich den Unterschied macht.
Ja, Atemübungen helfen nachweislich, aber nur, wenn sie richtig dosiert sind. Untersuchungen zeigen, dass kurze Sessions von unter fünf Minuten oft zu wenig sind, um das Nervensystem nachhaltig zu beruhigen. Um die besten Effekte zu erzielen, ist es ratsam, über Wochen hinweg mehrere Sitzungen von mindestens fünf Minuten Dauer in deinen Alltag einzubauen.