deprexis in der Schweiz: Welchen Stellenwert haben digitale Therapien bei der Behandlung von Depressionen?
Zusammenfassung

Angesichts der zunehmenden Herausforderungen im Bereich der psychischen Gesundheit in der Schweiz und der häufigen Überlastung der Psychotherapiepraxen, bieten digitale Therapien (Digital Therapeutics oder DTx) eine innovative und wissenschaftlich validierte Lösung. deprexis ist in der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) aufgeführt und wird von der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) unter Berücksichtigung der üblichen Patient:innenbeteiligung (Franchise und Selbstbehalt) teilweise übernommen. Einen Überblick über die Situation in der Schweiz und die Rolle dieser interaktiven Therapieprogramme im Behandlungsverlauf, erhältst du in diesem Artikel.

Depressionen in der Schweiz: Zahlen und eine große Herausforderung

In der Schweiz ist die psychische Gesundheit eine immer größer werdende Priorität im Gesundheitswesen. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BFS) und des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) sind etwa 9 % der Bevölkerung im Laufe eines Jahres von einer depressiven Episode betroffen.

Depressive Störungen betreffen alle Altersgruppen, wobei die erwerbstätige Bevölkerung sowie junge Erwachsene besonders stark betroffen sind. Über das individuelle Leid hinaus sind die sozialen und wirtschaftlichen Folgen erheblich (Arbeitsausfälle, Produktivitätsrückgang, Risiko einer Chronifizierung).

Die Gesundheitslandschaft in der Schweiz: Zwischen Reformen und Wartezeiten

Das Schweizer Gesundheitssystem verfügt über eine hochwertige Infrastruktur zur Behandlung psychischer Störungen. Der Behandlungsablauf stützt sich auf:

  • Allgemeinmediziner:innen und Psychiater:innen: Zentrale Akteure bei der Diagnose und der medizinischen Betreuung
  • Selbstständige Psychotherapeut:innen: Seit der Einführung des Überweisungsmodells werden Sitzungen bei Psychotherapeut:innen auf ärztliche Verordnung hin von der Grundversicherung (AOS) übernommen

Doch trotz dieser Reform, die den Zugang zur Versorgung erleichtert, sieht sich das System einer hohen Nachfrage gegenüber. Die Wartezeiten für einen Termin in der Psychotherapie können mehrere Wochen oder sogar Monate betragen, insbesondere in bestimmten Kantonen oder bei spezialisierten Behandlungsbedürfnissen. Während dieser Wartezeit bleibt das Risiko einer Verschlimmerung der Symptome hoch.

Der Aufschwung digitaler Therapien (DTx) in der Schweiz

Um diese langen Wartezeiten zu überbrücken und eine kontinuierliche Unterstützung zu bieten, gewinnt die digitale Gesundheit in der Schweiz zunehmend an Bedeutung. Digitale Therapien ersetzen zwar nicht die zwischenmenschliche Beziehung Ärzt:innen oder Therapeut:innen, stellen jedoch eine ergänzende, strukturierte und sofort verfügbare Lösung dar.

Basierend auf den bewährten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) ermöglichen diese medizinischen Anwendungen den Patient:innen:

  • Selbstständig an ihren Denkmustern und Verhaltensweisen arbeiten, um ihre depressive Symptomatik merklich zu verbessern
  • Von einer interaktiven Begleitung zu profitieren, die rund um die Uhr verfügbar ist
  • Eine strukturierte Methode anzuwenden, sobald erste depressive Symptome auftreten oder während der Wartezeiten auf einen psychotherapeutischen Termin

Die Schweiz gehört zu den Pionierländern, die digitale Medizinprodukte offiziell in die medizinische Versorgung integrieren.

deprexis in der Schweiz: Kostenübernahme und Erstattung

deprexis wird weltweit von mehr als 275.000 Patient:innen genutzt und durch 16 wissenschaftliche Studien gestützt. Es handelt sich um ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt, das speziell zur Begleitung von Erwachsenen mit Depressionen entwickelt wurde.

Wie funktioniert die Kostenübernahme in der Schweiz?

Im Gegensatz zu anderen Märkten, in denen digitale Therapien vollständig von Patient:innen finanziert werden müssen, erkennt die Schweiz den medizinischen Wert von deprexis an:

  • Kostenerstattung durch die Obligatorische Krankenversicherung (OKP): Seit dem 1. Juli 2026 ist deprexis in der offiziellen MiGeL-Liste aufgeführt. Daher werden die Kosten für das Programm auf ärztliche Verschreibung hin teilweise von der Grundkrankenversicherung erstattet.
  • Behandlungsdauer: Eine ärztliche Verschreibung gewährt Zugang zum interaktiven Programm für einen Zeitraum von 90 Tagen.

Dieses Modell verbindet medizinische Sorgfalt, finanzielle Erschwinglichkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit und bietet Schweizer Patient:innen somit eine hochmoderne Therapielösung, die in ihren Krankenversicherungsschutz integriert ist.

Möchtest du mehr über die Zugangsbedingungen, die Verschreibung oder die Funktionsweise von deprexis erfahren?

Schau dir dazu gerne unsere entsprechenden Websites an:

Fazit – Auf dem Weg zu einer integrierten und modernen Versorgung

Die Integration von deprexis in das Schweizer Gesundheitssystem unterstreicht das Engagement des Landes für evidenzbasierte digitale Gesundheit. Durch die Kombination aus der Flexibilität einer digitalen Therapie, wissenschaftlicher Validierung und der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung bietet deprexis Patient:innen sowie Gesundheitsfachkräften in der Schweiz ein zusätzliches Instrument, um Depressionen wirksam zu bekämpfen.