Wirken digitale Therapien nur bei leichten Depressionen?
Dr. Björn Meyer: „Selbst Menschen mit mittelschwerer oder schwerer Depression profitieren von der digitalen Gesundheitsanwendung deprexis – das hat eine wissenschaftliche Metaanalyse1 gezeigt – also eine große Analyse, welche die Ergebnisse vieler einzelner Studien ausgewertet hat. Es geht bei deprexis nicht um gute Ratschläge, sondern um fundierte Methoden, mit denen Menschen mit Depressionen lernen, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu verändern.
deprexis setzt genau dort an, wo Depressionen entstehen und sich verfestigen: bei negativen Denkschleifen, Antriebslosigkeit und ungünstigen Verhaltensmustern. Nutzerinnen und Nutzer arbeiten sich interaktiv durch Übungen, die auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie basieren – einer der wirksamsten Behandlungsformen bei Depressionen. Das Programm ist also weit mehr als eine ‚Depressionstherapie light‘.“
So erhältst du deprexis
In der Schweiz ist deprexis mit einer ärztlichen Verordnung erhältlich und wird als digitale Gesundheitsanwendung (dGA) anteilig über die OKP erstattet. Dein Eigenanteil beträgt lediglich 100 CHF. Nach Erhalt der Verordnung reichst du diese bei der TopPharm Apotheke Paradeplatz AG ein und erhältst anschließend per E-Mail deinen persönlichen Freischaltcode. Diesen kannst du einfach auf der deprexis Website eingeben und direkt mit dem Programm starten.
Sind dGA im Bereich Depressionen ausreichend erforscht?
Dr. Björn Meyer: „Gerade im Bereich Depression gehören dGA zu den am intensivsten untersuchten Innovationsfeldern. Das Programm deprexis wurde bisher in insgesamt 16 Studien mit höchstem Standard evaluiert, darunter auch international und unabhängig durchgeführte Forschungsarbeiten. Diese Studien belegen konsistent die Wirksamkeit der Online-Therapie.
Übrigens handelt es sich dabei um sogenannte „randomisierte kontrollierte Studien“. Sie gelten als Goldstandard der Forschung – entsprechend belastbar sind die Ergebnisse. Die Wirksamkeit von deprexis ist also nicht nur theoretisch angenommen, sondern umfassend wissenschaftlich belegt.“
Funktioniert deprexis nur in Kombination mit klassischer Psychotherapie?
Dr. Björn Meyer: „In den genannten Forschungsprojekten ging es unter anderem auch um diese Fragestellung. Dabei zeigte sich, dass deprexis sowohl als eigenständige Therapie, als auch begleitend zu anderen Behandlungsformen wirksam ist. Die Verordnung erfolgt durch Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen, die den Verlauf regelmäßig begleiten. Digitale Gesundheitsanwendungen wie deprexis können also flexibel eingesetzt werden – als alleinige Unterstützung, zur Überbrückung von Wartezeiten oder ergänzend zur klassischen Psychotherapie.“