Wenn es uns nicht gut geht, dreht sich vieles um das, was fehlt: Energie, Freude, Motivation. Die Positive Psychologie hingegen schaut auf das, was uns trotz allem stärken kann und unser Wohlbefinden verbessert. Sie fragt: Was tut mir gut? Was gibt mir Sinn? In diesem Artikel erfährst du, wie die Positive Psychologie entstanden ist, was die 5 Säulen des Wohlbefindens sind und wie du die Positive Psychologie für dich im Alltag sinnvoll nutzen kannst.
Die Entstehung der Positiven Psychologie
Die Positive Psychologie vertritt die Auffassung, dass Gesundheit mehr ist, als nur das Fehlen von Krankheit. In der klassischen Psychologie stand lange Zeit die Behandlung von psychischen Störungen im Fokus. Die Positive Psychologie hingegen richtet den Blick auf das, was gut funktioniert. Sie beschäftigt sich mit den Stärken des Menschen, mit Wohlbefinden, Glück, Lebenszufriedenheit und persönlichem Wachstum. Dabei geht es nicht darum, negative Erfahrungen auszublenden, sondern darum, wie Menschen trotz Herausforderungen ein erfülltes Leben führen können.
Die Bewegung entstand Ende der 1990er Jahre maßgeblich durch Martin Seligman. Positive Psychologie beschrieb der ehemalige Präsident der American Psychological Association (APA) als ergänzende Sichtweise, die den Fokus auf die Stärken und positiven Seiten des Menschen richtet.
Kernfragen der Positiven Psychologie
Anstatt sich auf Krankheiten zu konzentrieren, versucht diese psychologische Strömung andere Fragen zu beantworten:
- Was macht ein gutes Leben aus?
- Wie entwickeln Menschen Resilienz?
- Was bedeutet Glück und was fördert es?
- Welche Charakterstärken helfen uns, Krisen zu bewältigen?
- Wie können Beziehungen, Arbeit und Freizeit sinnerfüllend gestaltet werden?
Dabei geht es nicht darum, Probleme schönzureden, sondern neue Perspektiven zu entdecken. Ein Modell, das in der Positiven Psychologie oft verwendet wird, ist das PERMA-Modell von Martin Seligman. Es beschreibt fünf Bereiche, die unser Wohlbefinden beeinflussen. Und das Beste: Man kann an jedem dieser Bereiche arbeiten und daraus etwas für sich mitnehmen.
Positive Psychologie: 5 Säulen des Wohlbefindens
Das PERMA-Modell der Positiven Psychologie, das fünf Säulen des Wohlbefindens beschreibt, ist ein englisches Akronym und steht für folgende Säulen:
- Positive Emotions (positive Gefühle)
- Engagement (Aufgehen in Tätigkeiten)
- Relationships (Positive soziale Beziehungen)
- Meaning (Sinnhaftigkeit)
- Accomplishment (Ziele und Erfolge)
1. Positive Emotionen
Freude, Dankbarkeit, Neugier, Hoffnung – all das sind positive Gefühle, die uns Kraft geben. Die Psychologie des Glücks untersucht, wie sich solche positiven Emotionen auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit auswirken und wie diese gefördert werden können.
Tipp:
Führe ein Dankbarkeitstagebuch. Notiere dir abends drei Dinge, die heute gut waren – auch wenn es nur Kleinigkeiten waren wie „warmer Tee“, „freundlicher Blick an der Kasse“, „gutes Lied gehört“. Du wirst merken, wie sich dein Fokus zukünftig auf die schönen Momente im Alltag verschiebt.
2. Engagement
Wenn du völlig in einer Tätigkeit versinkst – etwa beim Malen, Gärtnern oder Musikhören – sprechen Psychologen und Psychologinnen von einem „Flow“-Erlebnis. Man bekommt dann häufig die Zeit um sich herum gar nicht mit und Stunden vergehen plötzlich wie Minuten. Kennst du dieses schöne Gefühl?
Tipp:
Überlege, bei welcher Tätigkeit du Raum und Zeit vergisst. Plane bewusst kleine Zeitfenster dafür ein, auch wenn es nur 10 Minuten am Tag sind.
3. Positive Beziehungen
Menschen, die uns verstehen und annehmen, sind wahre Kraftgeber. Mit Menschen aus unserem Umfeld verbunden zu sein und aus sozialen Kontakten Energie zu schöpfen, gibt uns ein gutes Gefühl.
Tipp:
Versende heute eine Nachricht an jemanden, dem du schon lange mal wieder schreiben wolltest. Oder sprich aus, was du an jemandem schätzt. Solche kleinen Gesten wirken oft Wunder für beide Seiten.
4. Sinnerleben
Ein Gefühl von Sinn entsteht, wenn wir das Gefühl haben, dass unser Leben Bedeutung hat, auch in schwierigen Zeiten. Sinnerleben kann entweder durch Arbeit, durch Hobbys oder andere Aktivitäten entstehen und erfüllt uns mit Glück.
Tipp:
Frage dich: Was ist mir wirklich wichtig? Wofür lohnt es sich, aufzustehen? Vielleicht ist es ein Haustier, ein Kind, ein Hobby oder der Wunsch, anderen zu helfen. Halte diesen Gedanken bewusst fest, am besten schriftlich.
5. Zielerreichung
Ziele geben unserem Alltag Struktur und motivieren uns. Wichtig dabei ist, dass unsere Ziele stets realistisch und machbar sein sollten und uns nicht überfordern. Wie hast du dich das letzte Mal gefühlt, als du ein persönliches Ziel erreicht hast oder über dich hinaus gewachsen bist?
Tipp:
Formuliere ein Mini-Ziel für morgen. Zum Beispiel: „Ich ziehe mich an und gehe vormittags einmal um den Block, um mit mehr Energie in den Tag zu starten.“ Jede noch so kleine Form von Bewegung hat schließlich große Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Und dann: Feiere dich selbst! Denn auch kleine Schritte sind große Erfolge.
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Fazit – Die Wissenschaft des Wohlbefindens
Positive Psychologie ist keine Zauberformel – aber sie zeigt, dass es Wege gibt, mehr Kraft und Lebensfreude zu finden, selbst in dunklen Phasen. Du musst nicht alle Säulen auf einmal umsetzen. Schon ein kleiner Impuls – ein Moment Dankbarkeit, ein gutes Gespräch oder ein erfüllender Moment – kann einen Unterschied machen.