Depression & Krankenstand: Wie häufig sind depressive Erkrankungen im Job?

Zusammenfassung

Psychische Erkrankungen gehören zu den wichtigen Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten in der Schweiz. Besonders Depressionen können dazu führen, dass Beschäftigte über längere Zeit nicht arbeiten können. Doch wie hoch ist der Krankenstand wegen einer Depression tatsächlich? Wie viele Menschen sind betroffen, wie lange dauern die Fehlzeiten im Durchschnitt und in welchen Branchen treten besonders viele Arbeitsausfälle auf? In diesem Artikel erhältst du einen genauen Blick auf aktuelle Daten zum Krankenstand bei Depressionen.

Depression & Krankenstand: Das Wichtigste kurz gefasst

  • Psychische Gesundheit: Laut der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022 wiesen 7,9 % der Männer und 11,7 % der Frauen ab 15 Jahren in Privathaushalten Symptome einer mittelschweren bis schweren Depression auf. Das sind die bislang hier belegten BFS-Zahlen, nicht die Werte für 2025.
  • Arbeitsabsenzen insgesamt: 2025 entfielen in der Schweiz durchschnittlich 58,2 Stunden pro Jahr und Arbeitsstelle auf krankheits- oder unfallbedingte Abwesenheiten. Diese Statistik unterscheidet nicht zwischen den Ursachen und lässt deshalb keine spezifische Aussage zu Depressionen zu.
  • Psychische Belastungen am Arbeitsplatz: 2022 berichteten 22 % der Erwerbstätigen, sich bei der Arbeit emotional erschöpft zu fühlen. Bei Personen mit emotionaler Erschöpfung zeigten sich deutlich häufiger Symptome einer mittelschweren bis schweren Depression als bei anderen Erwerbstätigen (27 % gegenüber 5 %).
  • Dauer von Arbeitsabsenzen: Psychisch bedingte Arbeitsabsenzen können lang andauern. Der Nationale Gesundheitsbericht 2025 beschreibt für Krankschreibungen aus psychischen Gründen eine durchschnittliche Dauer von rund sieben Monaten. Dieser Wert bezieht sich auf psychisch bedingte Krankschreibungen allgemein und darf nicht als durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung speziell wegen Depression interpretiert werden.

Wie hoch ist der Krankenstand wegen Depression in der Schweiz?

Depressionen sind nicht nur eine persönliche gesundheitliche Belastung, sondern können auch die Arbeitsfähigkeit und die berufliche Teilhabe beeinträchtigen. Wie relevant psychische Gesundheit im Arbeitsleben ist, zeigen Schweizer Untersuchungen.

Laut dem Bundesamt für Gesundheit und dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium stiegen die krankheits- und unfallbedingten Arbeitsabwesenheiten in der Schweiz zwischen 2010 und 2025 von durchschnittlich 44,3 auf 58,2 Stunden pro Jahr und Arbeitsstelle. Diese Zahlen umfassen allerdings alle gesundheitlichen Ursachen und lassen keine direkten Rückschlüsse auf depressive Erkrankungen zu.

Der Nationale Gesundheitsbericht 2025 zeigt zudem, dass Krankschreibungen aus psychischen Gründen im untersuchten Kontext durchschnittlich rund sieben Monate dauern können. Dieser Wert bezieht sich auf psychisch bedingte Krankschreibungen allgemein und nicht ausschließlich auf Depressionen. Er verdeutlicht jedoch, dass psychische Erkrankungen mit längeren Abwesenheiten vom Arbeitsplatz verbunden sein können.

Wie viele Menschen sind wegen Depression krankgeschrieben?

Eine schweizweit einheitliche Zahl, wie viele Beschäftigte wegen einer Depression krankgeschrieben sind, lässt sich aus den verfügbaren Statistiken nicht ohne Weiteres ableiten. Die Erhebungen unterscheiden sich unter anderem darin, welche Personengruppen sie erfassen und ob sie psychische Erkrankungen, Arbeitsabsenzen oder andere Aspekte der Gesundheit untersuchen.

Die Schweizer Statistiken liefern wichtige Hinweise auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung und die Bedeutung gesundheitlich bedingter Abwesenheiten am Arbeitsplatz. Sie erlauben jedoch keine vollständige Zählung aller Beschäftigten, die aufgrund einer Depression arbeitsunfähig sind.

Für die Einordnung ist außerdem wichtig, zwischen einer Depression als Erkrankung und einer tatsächlichen Krankschreibung wegen Depression zu unterscheiden. Nicht alle Menschen mit Depression sind arbeitsunfähig. Umgekehrt kann eine Depression so stark ausgeprägt sein, dass Betroffene ihre beruflichen Aufgaben vorübergehend oder über einen längeren Zeitraum nicht ausüben können.

Wie lange dauert der Krankenstand bei Depression?

Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen können sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Wie lange Beschäftigte arbeitsunfähig sind, hängt unter anderem von der Erkrankung, ihrem Verlauf und der beruflichen Situation ab.

Der Nationale Gesundheitsbericht 2025 beschreibt eine Analyse von rund 1.330 Arbeitsunfähigkeitsfällen aus der Krankentaggeldversicherung SWICA, bei denen die Krankschreibung länger als zwei Wochen dauerte. Die durchschnittliche Dauer lag bei rund sieben Monaten; die Hälfte der Fälle dauerte mindestens fünf Monate. Die Auswertung umfasst Krankschreibungen aus psychischen Gründen insgesamt und nicht ausschließlich wegen Depressionen.

Diese Zahlen sind Durchschnittswerte aus einer bestimmten Versichertengruppe und lassen sich nicht auf jede betroffene Person übertragen. Die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit hängt unter anderem von der Schwere und dem bisherigen Verlauf der Erkrankung, möglichen Begleiterkrankungen sowie den individuellen Arbeitsbedingungen ab.

Warum können depressive Erkrankungen zu längeren Fehlzeiten führen?

Eine Depression kann verschiedene Fähigkeiten beeinträchtigen, die im Arbeitsalltag wichtig sind. Dazu zählen Konzentration, Entscheidungsfähigkeit, Antrieb, Belastbarkeit und der Umgang mit zwischenmenschlichen Anforderungen. Auch Schlafstörungen und ausgeprägte Erschöpfung können es erschweren, regelmäßig zu arbeiten.

Bei manchen Betroffenen verbessern sich die Beschwerden innerhalb eines überschaubaren Zeitraums. Andere benötigen länger, bis sie wieder ausreichend belastbar sind. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz hängt deshalb nicht allein davon ab, ob sich die Stimmung bereits etwas gebessert hat. Auch die Konzentrationsfähigkeit, die Tagesstruktur und die Fähigkeit, berufliche Anforderungen zu bewältigen, spielen eine Rolle.

In welchen Branchen ist der Krankenstand wegen psychischer Erkrankungen wie einer Depression besonders hoch?

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz unterscheiden sich je nach Branche und Tätigkeit. Schweizer Untersuchungen zeigen, dass Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Bildungsbereich häufiger mit psychosozialen Belastungen konfrontiert sind. Dazu können beispielsweise hoher Zeitdruck, emotionale Anforderungen und schwierige Arbeitsbedingungen gehören.

Der Nationale Gesundheitsbericht 2025 beschreibt insbesondere das Gastgewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen als Bereiche mit hohen Anteilen psychisch belastender Arbeitsbedingungen. Auch das Bundesamt für Statistik identifizierte in einer Erhebung für 2022 erhöhte psychosoziale Risiken im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bildungsbereich und in der öffentlichen Verwaltung

Warum nehmen psychisch bedingte Fehlzeiten zu?

Psychische Erkrankungen und die damit verbundenen Arbeitsabsenzen sind auch in der Schweiz ein wichtiges Thema. Die verfügbaren Statistiken zeigen, dass krankheits- und unfallbedingte Abwesenheiten in den vergangenen Jahren insgesamt zugenommen haben. Laut Bundesamt für Statistik stiegen sie zwischen 2010 und 2025 von durchschnittlich 44,3 auf 58,2 Stunden pro Jahr und Arbeitsstelle. Der Höchstwert lag 2022 bei 65,6 Stunden. Diese Zahlen umfassen jedoch alle gesundheitlichen Ursachen und erlauben keine Aussage darüber, wie sich Fehlzeiten speziell aufgrund von Depressionen entwickelt haben.

Die Entwicklung psychischer Erkrankungen lässt sich zudem nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Berufliche Anforderungen und psychosoziale Belastungen können ebenso eine Rolle spielen wie persönliche Lebensumstände, körperliche Faktoren oder bereits bestehende gesundheitliche Probleme.

Auch die Datenlage beeinflusst, welche Entwicklungen sichtbar werden. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium weist im Nationalen Gesundheitsbericht 2025 darauf hin, dass in der Schweiz keine regelmässigen, umfassenden Erhebungen vorliegen, mit denen sich die Häufigkeit psychischer Erkrankungen über längere Zeit zuverlässig vergleichen lässt. Deshalb lässt sich derzeit nicht eindeutig sagen, ob psychische Erkrankungen insgesamt zugenommen haben.

Ein Anstieg der allgemeinen Arbeitsabsenzen bedeutet somit nicht automatisch, dass Depressionen häufiger geworden sind. Er unterstreicht aber, wie wichtig es ist, psychische Gesundheit und Arbeitsfähigkeit stärker in den Blick zu nehmen.

Was kann helfen, den psychisch bedingten Krankenstand wegen Depression zu verringern?

Psychische Erkrankungen lassen sich nicht allein durch individuelles Zeitmanagement oder eine bessere Organisation des Arbeitsalltags verhindern. Ebenso wichtig sind die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten.

Unternehmen können dazu beitragen, Belastungen frühzeitig zu erkennen, indem sie Arbeitsmengen realistisch planen, ausreichend Personal und Erholungszeiten berücksichtigen und eine offene Kommunikation über Überlastung ermöglichen. Führungskräfte fällt diesbezüglich eine besondere Verantwortung zu: Sie können dazu beitragen, dass Beschäftigte Schwierigkeiten ansprechen können, ohne Stigmatisierung oder negative Konsequenzen befürchten zu müssen.

Auch für Betroffene kann es hilfreich sein, erste Anzeichen einer psychischen Belastung ernst zu nehmen. Anhaltende Erschöpfung, Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten oder ein zunehmender Verlust von Freude und Interesse sollten nicht dauerhaft ignoriert werden. Wenn solche Beschwerden über längere Zeit bestehen oder den Alltag deutlich beeinträchtigen, kann eine ärztliche oder psychotherapeutische Einschätzung sinnvoll sein.

Bei einer Depression kann eine passende Behandlung helfen, die Beschwerden zu lindern und die Funktionsfähigkeit im Alltag zu verbessern. Welche Unterstützung geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab. Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamente gehören zu den etablierten Behandlungsmöglichkeiten.

Wie kann deprexis bei Depression unterstützen?

Depressionen können den Alltag und das Berufsleben stark beeinflussen. Neben einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung können digitale Angebote eine ergänzende Unterstützung bieten. Ein solches Angebot ist deprexis.

Die digitale Therapie deprexis basiert auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Dabei geht es nicht darum, dich trotz Erschöpfung einfach zu mehr Leistung zu zwingen. Vielmehr kannst du Schritt für Schritt Zusammenhänge zwischen deinen Gedanken, deinem Verhalten und deiner Stimmung kennenlernen und neue Umgangsweisen ausprobieren.

In der Schweiz ist deprexis mit einer ärztlichen Verordnung erhältlich und wird als digitale Gesundheitsanwendung (dGA) anteilig über die OKP erstattet. Dein Eigenanteil beträgt lediglich 78 CHF. Nach Erhalt der Verordnung reichst du diese bei der TopPharm Apotheke Paradeplatz AG oder MediService AG ein und erhältst anschliessend per E-Mail deinen persönlichen Freischaltcode. Diesen kannst du einfach auf der deprexis Website eingeben und direkt mit dem Programm starten.

Fazit – Depressionen sind ein wichtiger Faktor beim Krankenstand

Die Krankenkassenstatistiken zeigen, dass Depressionen und andere psychische Erkrankungen einen erheblichen Anteil der psychisch bedingten Fehlzeiten in Schweiz ausmachen.

Die Zahlen beschreiben Entwicklungen auf statistischer Ebene. Sie sagen nicht voraus, wie lange ein einzelner Mensch mit Depression ausfallen wird und sie erfassen auch nicht alle Betroffenen in Deutschland. Für den Umgang mit einer Depression bleibt entscheidend, die Erkrankung ernst zu nehmen, passende Unterstützung zu finden und die Rückkehr in den Arbeitsalltag an der individuellen Situation auszurichten.

Die wichtigsten Fragen & Antworten

Leben mit Depression

Die Dauer hängt von der individuellen Erkrankung ab. Gesundheitsreporte beschreiben für depressive Episoden durchschnittliche Falldauern von ungefähr acht Kalenderwochen und für wiederkehrende depressive Störungen von ungefähr zehn Kalenderwochen. Diese Werte sind statistische Mittelwerte und keine Prognose für den einzelnen Menschen.

Aktuell liegen häufig das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung sowie Bildung, Kultur und Medien über dem Durchschnitt der untersuchten Branchen. In früheren Auswertungen fielen außerdem Kinderbetreuung und Altenpflege durch besonders hohe psychisch bedingte Fehlzeiten auf. Die Werte beziehen sich auf psychische Erkrankungen insgesamt.

Psychische Erkrankungen, wie Depressionen, führen im Durchschnitt häufig zu längeren Arbeitsunfähigkeitszeiten als viele akute körperliche Erkrankungen. Wie lang eine Krankschreibung dauert, hängt jedoch von der konkreten Diagnose, ihrem Verlauf und weiteren individuellen Faktoren ab.

Quellen