Angesichts der stetig steigenden Zahl depressiver Erkrankungen in Frankreich und der Schwierigkeiten beim Zugang zur traditionellen Gesundheitsversorgung, stellt die Einführung der französischen Version von deprexis einen wichtigen Meilenstein dar. Zwischen Innovationsherausforderungen, der Bestandsaufnahme bestehender Angebote und einem Modell des direkten Zugangs für Patient:innen – erfahre mehr über den französischen Markt für digitale Therapien (Digital Therapeutics oder DTx) und den Mehrwert, den deprexis in diesem neuen Markt einnehmen soll.
Depressionen in Frankreich: Eine große Herausforderung für das Gesundheitswesen
In Frankreich ist die Depression eine der am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen. Nach Angaben von „Santé publique France“ hat fast jeder zehnte Franzose bzw. jede zehnte Französin in den letzten 12 Monaten eine depressive Episode durchlebt. Seit Beginn der Gesundheitskrise ist die Prävalenz von Angst- und Depressionszuständen auf einem besonders hohen Niveau geblieben und trifft junge Erwachsene, Studierende sowie Berufstätige besonders hart.
Neben den tiefgreifenden Auswirkungen auf die Lebensqualität, stellt die Depression auch eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft dar (Arbeitsausfälle, Produktivitätsverluste, Chronifizierung der Störungen).
Ein Gesundheitssystem unter Druck: Die derzeitigen Maßnahmen
Um dieser Herausforderung zu begegnen, stützt sich der traditionelle Behandlungsweg hauptsächlich auf folgende Säulen:
- Die Allgemeinmedizin: Erste Anlaufstelle für die Mehrheit der Patient:innen
- Die medizinisch-psychologischen Zentren (CMP): Sie bieten eine staatliche Versorgung an, sind jedoch oft überlastet
- Freiberufliche Psycholog:innen und Psychiater:innen: Die Kosten für Konsultationen außerhalb des Vertragsnetzes können eine finanzielle Hürde darstellen
- Das Programm „MonSoutienPsy“: Ermöglicht die Erstattung einer begrenzten Anzahl von Sitzungen bei Partnerpsycholog:innen, auch wenn die Umsetzung noch angepasst wird
Trotz dieser Maßnahmen steht Frankreich vor einem zentralen Problem: den langen Wartezeiten auf eine adäquate Behandlung. Es kann mehrere Wochen bzw. in medizinisch unterversorgten Gebieten sogar mehrere Monate dauern, bis man einen Termin in einer Praxis oder einem spezialisierten Zentrum erhält. Diese Wartezeit ist kritisch, da eine frühzeitige Behandlung entscheidend ist, um eine Verschlimmerung der depressiven Symptome vorzubeugen.
Die wachsende Rolle digitaler Therapien (DTx)
Vor dem Hintergrund dieser strukturellen Spannungen bietet die digitale Gesundheitsversorgung ergänzende Lösungen. Digitale Therapien zielen nicht darauf ab, den menschlichen Kontakt oder die therapeutische Beziehung zu ersetzen, sondern bieten eine flexible und sofort zugängliche Zwischenlösung.
Auf der Grundlage der Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) ermöglichen diese interaktiven Anwendungen den Patient:innen:
- Aktiv Kompetenzen für den Umgang mit depressiven Symptomen und nicht hilfreichen Gedanken zu entwickeln
- Ihre Fortschritte im Alltag zu verfolgen
- Jederzeit (rund um die Uhr, 7 Tage die Woche) strukturierte Unterstützung zu erhalten, insbesondere während der Wartezeit bis zur umfassenden Versorgung
Während einige europäische Länder wie Deutschland die systematische Erstattung von verschreibungspflichtigen Gesundheits-Apps (DiGA-System) eingeführt haben, baut Frankreich schrittweise einen eigenen Rechtsrahmen auf (insbesondere über die PECAN-Stelle für die vorläufige Kostenübernahme).
deprexis in Frankreich: Ein Modell des direkten Zugangs
deprexis ist ein bereits von mehr als 275.000 Patient:innen weltweit genutztes, CE-zertifiziertes Medizinprodukt. Es stützt sich auf mehr als 15 Jahre klinische Forschung und 16 wissenschaftliche Studien zur Begleitung von Erwachsenen, die von Depressionen betroffen sind.
Im Gegensatz zum deutschen Modell, bei dem das Produkt vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird, ist deprexis in Frankreich ohne Erstattung durch die Sozialversicherung erhältlich.
Auf dem französischen Markt basiert das Programm auf einem Modell des Direktkaufs auf Kosten der Patient:innen (oder wird je nach abgeschlossenem Vertrag von bestimmten Zusatzkrankenkassen übernommen). Diese Entscheidung für den direkten Zugang bietet zwei Vorteile:
- Unmittelbarkeit: Es sind keine aufwendigen administrativen Schritte erforderlich, um das Programm zu starten.
- Autonomie: Patient:innen können wählen, ob sie den Prozess völlig unabhängig oder ergänzend zur üblichen medizinischen Betreuung beginnen möchten.
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Fazit – Auf dem Weg zu einem hybriden Behandlungsansatz mit deprexis
Die Einführung wissenschaftlich erprobter digitaler Therapien markiert einen Meilenstein für den französischen Markt im Rahmen digitaler psychischer Gesundheit. Ohne Ärzt:innen oder Psycholog:innenen zu ersetzen, bieten DTx-Lösungen wie deprexis eine konkrete und eigenständige Ergänzung, um das therapeutische Repertoire im Kampf gegen Depressionen zu stärken und sich gleichzeitig an die für Frankreich spezifischen regulatorischen sowie finanziellen Rahmenbedingungen anzupassen.